Londoner Finanzmärkte reagieren gelassen auf Starmers Rücktritt
Wichtige Fakten
- • Pfund verlor seit Februar drei Prozent zum Dollar.
- • Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bei 4,84 Prozent.
- • Britische Unternehmen machen Hauptumsatz im Ausland.
- • Wirtschaftswachstum 2026 maximal 1,1 Prozent prognostiziert.
- • Deutsche Exporte nach UK seit 2016 um sieben Prozent gesunken.
Börse gelassen, Devisenmarkt belastet
Der Rücktritt des britischen Premiers Keir Starmer hat die Londoner Finanzmärkte kaum überrascht. Der Leitindex FTSE blieb zunächst fast unverändert und zog später leicht an. Analysten zufolge wartet der Markt nun auf politische Weichenstellungen unter dem neuen Regierungschef. Das Pfund hatte seit der Eskalation der Führungsdiskussion in der Labour-Partei im Februar bereits rund drei Prozent an Wert zum Dollar verloren und zeigte sich am Tag der Rücktrittsankündigung kaum verändert. Starmers Nachfolge soll bis September geklärt werden.
Anleihemarkt und Wirtschaftskrise prägen Stimmung
Deutlicher ist die Krise am Anleihemarkt sichtbar: Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen verharrt bei 4,84 Prozent nahe den Höchstständen von 2008. Großbritannien hat die höchsten Kreditkosten aller G7-Staaten. Das Misstrauen der Anleger in die Wirtschaftspolitik des Landes ist groß. Starmer hatte im Wahlkampf ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent versprochen, der Ausblick für 2026 liegt jedoch bei maximal 1,1 Prozent. Zudem belastet der Brexit die Handelsbeziehungen: Deutsche Exporte nach Großbritannien sanken seit 2016 um rund sieben Prozent. Eine erneute EU-Debatte gewann in der Labour-Partei an Fahrt, während die Brexit-Befürworter von Reform UK in Umfragen führen.
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