Longevity: Zwischen Wissenschaft und Hype – ein neuer Kongress will aufklären
Wichtige Fakten
- • Gene bestimmen Lebenserwartung nur zu 20-30 Prozent.
- • Gesunde Lebensführung basiert auf einfachen Maßnahmen wie Bewegung und Schlaf.
- • Viele Supplements haben keinen belegten gesundheitlichen Nutzen.
- • Longevity-Markt wächst, milliardenschwere Angebote sind oft Hype statt Beweis.
- • Deutschland liegt bei Lebenserwartung hinter anderen westeuropäischen Ländern zurück.
Forschung und Lebensstil: Gene und gesunde Gewohnheiten
Langlebigkeit ist ein komplexes Thema, das Gene und Lebensstil vereint. Der Experte Stefan Kluge betont, dass Gene nur zu 20-30 Prozent die Lebenserwartung beeinflussen und wir den Großteil selbst in der Hand haben. Eine gesunde Lebensführung ist erstaunlich unspektakulär: Nicht rauchen, regelmäßig bewegen, Übergewicht vermeiden, ausgewogen essen und ausreichend schlafen, gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, ebenso wie die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker.
Neue Forschungsfelder: KI und Wearables
Die Forschung geht weiter: Neue Studien untersuchen, welche Art von Sport besonders effektiv ist oder welche Schlafdauer ideal ist. Zudem spielen künstliche Intelligenz und Wearables wie Smartwatches eine zunehmende Rolle bei der Vermessung des Körpers und könnten in Zukunft helfen, die Langlebigkeit zu unterstützen. Tierversuche zur Lebensverlängerung sind vielversprechend, aber die Übertragung auf den Menschen ist noch Zukunftsmusik.
Kritik am Longevity-Markt: Hype vermeiden
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel und Anti-Aging-Produkte boomt, doch viele Angebote versprechen mehr als sie halten. Kluge warnt vor viel Hype und kommerziellen Interessen: Viele Supplements haben keinen belegten Nutzen, und ein ungesunder Lebensstil lässt sich nicht durch teure Produkte kompensieren. Beim neuen Congresh will man wissenschaftlich Gesichertes von Hype und Unbelegtem trennen.
Ziel: Mehr gesunde Lebensjahre (Healthspan) für die Gesellschaft
Ein langes Leben allein reicht nicht – es geht um die „Healthspan“, also gesunde, gebrechliche Jahre. In Deutschland sind viele Menschen in den letzten Lebensjahren pflegebedürftig, was hohe Kosten verursacht. Deutschland gibt viel Geld für Gesundheit aus, liegt aber bei der Lebenserwartung hinter anderen westeuropäischen Ländern zurück. Für beide Patienten und die Gesellschaft wäre es wünschenswert, mehr vitales Altern zu fördern.
Der Patient, der sichergehen möchte, sollte Ärzte konsultieren, um zu vermeiden, viel Geld für sinnlose Produkte auszugeben.
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