Macron und Merz begraben gemeinsamen Kampfjet FCAS
Wichtige Fakten
- • FCAS-Projekt offiziell beendet.
- • Uneinigkeit zwischen Dassault und Airbus.
- • 100-Milliarden-Euro-Vorhaben gescheitert.
- • Combat Cloud soll weiterentwickelt werden.
- • Projekt 2017 von Merkel und Macron gestartet.
Ende eines Prestigeprojekts
Das milliardenschwere Rüstungsprojekt eines gemeinsamen deutsch-französischen Kampfjets (FCAS) ist endgültig gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron hätten sich nach Regierungskreisen darauf verständigt, dass die beteiligten Unternehmen Dassault Aviation (Frankreich) und Airbus (deutsch-spanische Interessen) zu keiner Einigung finden könnten. Merz habe Macron daher nahegelegt, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen, das 2017 von der damaligen Kanzlerin Angela Merkel und Macron gestartet worden war. Das berichten die Tagesschau und der Guardian.
Fortführung der "Combat Cloud"
Trotz des Ausstiegs aus dem Kampfflugzeug-Kernprojekt soll die sogenannte "Combat Cloud" – ein System zur Vernetzung verschiedener Waffensysteme, Plattformen und Sensoren – als "europäisches System der Systeme" fortgeführt werden. Beide Verteidigungsministerien wurden beim deutsch-französischen Ministerrat im Juli beauftragt, einen gemeinsamen Arbeitsplan zur verteidigungsindustriellen Zusammenarbeit zu erarbeiten, der sich auf realistische und relevante Vorhaben konzentriert.
Gründe für das Scheitern
Die Differenzen zwischen Airbus und Dassault waren tiefgreifend: Dassault beanspruchte die Führungsrolle, um geistiges Eigentum zu schützen, während Airbus auf eine gleichberechtigte Partnerschaft mit Technologietransfer bestand. Zudem hatte Merz öffentlich bezweifelt, ob ein bemannter Kampfjet der sechsten Generation noch zeitgemäß ist. Unterschiedliche nationale Anforderungen – Frankreich benötigt trägergestützte und nuklearfähige Jets – trugen ebenfalls zum Bruch bei. Das FCAS-Volumen wurde auf 100 Milliarden Euro geschätzt.
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