Deutsche Städte fordern bundesweites Nachtverbot für Mähroboter zum Igelschutz
Wichtige Fakten
- • Der Deutsche Städtetag fordert ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter.
- • Mähroboter stellen eine tödliche Gefahr für Igel und andere nachtaktive Kleintiere dar.
- • Der westeuropäische Igel ist laut Roter Liste als 'potenziell gefährdet' eingestuft.
- • Igel stehen in Deutschland unter besonderem Schutz mit Bußgeldern bis 65.000 Euro.
- • Mehrere Städte wie Köln, Leipzig und München haben bereits lokale Nachtverbote erlassen.
Forderung nach nächtlichem Mähroboter-Verbot
Der Deutsche Städtetag unterstützt die Forderung nach einem bundesweiten Nachtfahrverbot für Mähroboter, um Igel und andere Kleintiere in Gärten zu schützen. Claudia Kalisch, Vizepräsidentin des Städtetags und Grünen-Politikerin aus Lüneburg, betont, dass viele Tiere in den Abendstunden aktiv sind und auf Grünflächen im Wohnumfeld angewiesen sind, da Städte zunehmend Ersatzlebensräume bieten. Die Forderung gewinnt an Dynamik, nachdem Petitionen mit Zehntausenden Unterschriften früher in diesem Jahr ähnliche Appelle gemacht haben.
Gefährdung der Igelpopulation und neue Studien
Hintergrund ist, dass der westeuropäische Igel laut der internationalen Roten Liste erstmals als 'potenziell gefährdet' gilt, mit rückläufigen Beständen in Deutschland. Forschungen des Leibniz-Instituts zeigen, dass Mähroboter ein ernstes Problem für den Artenschutz darstellen, da sie Igel oft nicht erkennen und die Tiere sich bei Gefahr einrollen statt zu fliehen. Verletzungen durch Mähroboter belasten Tierpflegestätten erheblich, und viele Igel werden erst Tage oder Wochen nach Unfällen gefunden, was zu erheblichem Leid führt. Zusätzlich können motorbetriebene Laubbläser und -sauger für überwinternde Igel schädlich sein.
Bestehende Maßnahmen und Herstellerverantwortung
Mehrere deutsche Städte wie Köln, Leipzig und München haben bereits lokale Nachtverbote für Mähroboter eingeführt, während ein Versuch der Grünen für ein landesweites Verbot in Bayern scheiterte. Der Städtetag ruft auch Hersteller auf, Lösungen zu finden, um Kleintiere nicht mehr zu gefährden, wobei Oxford-Experten mit 3D-gedruckten Igel-Dummys an 'igelfreundlichen' Mähern arbeiten. Igel stehen in Deutschland unter besonderem Schutz, mit Bußgeldern von bis zu 65.000 Euro für das Fangen, Verletzen oder Töten.
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