Zehntausende auf Mallorca: „Jetzt ist Schluss“ – Protest gegen Massentourismus eskaliert
Wichtige Fakten
- • 27.07.2026: Zehntausende demonstrieren in Palma unter „Mallorca am Limit“.
- • Plakate u.a. mit „Mallorca overbooked“, „Der Touristen-Tsunami löscht uns aus“.
- • 18.08.2026: Sonnenfinsternis bringt weiteren Besucheransturm.
- • Organisator: 100.000 Wohnungen werden touristisch genutzt.
- • 2025 kamen über 13 Mio. Touristen nach Mallorca – neuer Rekord.
Zehntausende gehen auf die Straße
Am 27. Juli 2026 protestierten in Palma de Mallorca unter dem Motto „Mallorca am Limit“ nach Polizeiangaben mehrere Zehntausend Einheimische gegen die negativen Folgen des Massentourismus. Mit Trommeln, Trillerpfeifen und Plakaten wie „Mallorca overbooked“ oder „Der Touristen-Tsunami löscht uns aus“ zogen sie mitten in der Hauptsaison durch die Straßen. Ein Pappmaschee-Kreuzfahrtschiff symbolisierte die außer Kontrolle geratene Entwicklung.
Wohnungsmarkt und Lebensqualität unter Druck
Viele Beschäftigte im Tourismus und anderen Branchen können sich auf der Insel nur WG-Zimmer leisten oder sind in Wohnwagensiedlungen und Elendsviertel abgedrängt. Über 100.000 Wohnungen – legal wie illegal – würden touristisch genutzt, so die Veranstalter der Plattform „Weniger Tourismus, mehr Leben“. Die Demonstranten fordern grundlegende Änderungen und eine Begrenzung der Besucherzahlen. „Wir erleben jeden Tag, wie die Ressourcen schwinden“, beklagte eine Mallorquinerin.
Konturen eines neuen Tourismusmodells
Die konservative Balearenregierung hat zwar erste Maßnahmen verkündet – wie das Verbot neuer Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern und eine geplante Autobegrenzung – doch den Demonstranten geht dies nicht weit genug. Mit Blick auf bevorstehende Ereignisse wie die Sonnenfinsternis am 12. August, die einen erneuten Ansturm erwarten lässt, wächst der Druck auf Politik und Tourismusbranche.
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