Margarita Reutt: Vom Alltagsleben zur Bombenattentäterin?
Wichtige Fakten
- • Am 13. August explodierte in Sewastopol eine Bombe, die Robert Schagejew tötete.
- • Die 32-jährige Margarita Reutt wurde festgenommen und gestand die Tat.
- • Sie soll von ukrainischen Geheimdiensten angeworben worden sein.
- • Reutt wuchs in Jaroslawl auf und lebte zuletzt in Sotschi.
- • Im Juli 2025 wurde sie wegen Kritik am Ukraine-Krieg bestraft.
Die Tat
Am 13. August 2026 detonierte im besetzten Sewastopol auf der Krim eine Bombe, die in einem Mülleimer versteckt war. Das Opfer: Robert Schagejew, stellvertretender Kommandeur einer U-Boot-Brigade der russischen Schwarzmeerflotte und ehemaliger Kommandeur des einzigen ukrainischen U-Bootes, das 2014 nach der Annexion der Krim zu Russland überlief. Die Explosion galt einem gezielten Anschlag, zu dem sich die 32-jährige Margarita Reutt aus Sotschi schnell als Hauptverdächtige präsentierte. Laut russischem Inlandsgeheimdienst FSB hat sie gestanden und per Fernbedienung gezündet.
Die Hinweise
Bei einer Durchsuchung fanden Ermittler eine Fernbedienung, die zur Zündung genutzt worden sein soll. Reutt gab an, von einem Führungsoffizier des ukrainischen Geheimdienstes angeworben worden zu sein, der ihr eine hohe Kryptozahlung und Dokumente für eine Ausreise versprach. Das FSB behauptet, sie habe keine Reue gezeigt. Diese Aussagen ließen sich nicht unabhängig überprüfen, doch ähnliche Fälle gab es bereits.
Das Leben der Tatverdächtigen
Freunde und Bekannte zeigen sich schockiert. Reutt wuchs in Jaroslawl auf, studierte Management in Nowosibirsk, wo sie Fallschirmspringen, Kartsport und Wasserball betrieb, und zog später nach Sotschi. Sie arbeitete bei einem alternativen Medizinunternehmen und engagierte sich zunächst unpolitisch, auch bei einer patriotischen Suchtruppe für Kriegstote. Allerdings änderten sich ihre Ansichten zunehmend: Sie kritisierte die Umweltprobleme und den Ukraine-Krieg, wurde im Juli 2025 gar zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie bei der Nachricht eines ukrainischen Drohnenangriffs ausrief: „Geschieht euch recht, Russen!“ Dazu postete sie einen Gentest und sagte, sie schäme sich, Russin zu sein.
Geheimdienstliche Rekrutierung
Laut US-amerikanischen und europäischen Medienberichten, auf die sich diese Analyse stützt, handelt es sich hier um eine der seltenen Gelegenheiten, die Biografie eines russischen Attentäters zu durchleuchten. Freunde erinnern eine auffällige Abenteuerlust und Zielstrebigkeit. In den Monaten vor der Tat wurde sie zurückgezogen, erwarb ein Zweithandy und reiste relativ oft in die Krim – möglicherweise zur Vorbereitung des Anschlags.
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