Massenprozess gegen MS-13 in El Salvador löst Menschenrechtsdebatte aus
Wichtige Fakten
- • 486 mutmaßliche MS-13-Mitglieder stehen kollektiv vor Gericht
- • Anklage wirft über 47.000 Verbrechen zwischen 2012 und 2022 vor
- • UN-Experten warnen vor Beeinträchtigung der Verteidigungsrechte
- • Staatsanwaltschaft spricht von "überzeugenden" Beweisen für Höchststrafen
- • Verfahren findet per Videolink mit Gefangenen in Haftanstalten statt
Prozessbeginn gegen mutmaßliche Gang-Mitglieder
In El Salvador hat ein Massenprozess gegen 486 mutmaßliche Mitglieder der Mara Salvatrucha (MS-13) begonnen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Angeklagten werden kollektiv beschuldigt, zwischen 2012 und 2022 mehr als 47.000 Verbrechen begangen zu haben, darunter Mord, Erpressung sowie Drogen- und Waffenhandel. Das Verfahren findet per Videolink statt, wobei die inhaftierten Männer aus Gefängnissen zugeschaltet werden.
Menschenrechtsbedenken und staatliche Rechtfertigung
Experten der Vereinten Nationen kritisieren, dass Massenprozesse das Recht auf Verteidigung und die Unschuldsvermutung untergraben. Die salvadorianische Staatsanwaltschaft hingegen betont, über "überzeugende" Beweise zu verfügen, die Höchststrafen für Schuldige ermöglichen sollen. Der Ansatz der Regierung unter Präsident Nayib Bukele, der mit harten Maßnahmen gegen Bandenkriminalität wirbt, stößt bei Menschenrechtsgruppen auf weit verbreitete Kritik.
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