Ceuta: 60.000 Migranten erreichen spanische Exklave – EU bietet Hilfe an
Wichtige Fakten
- • Etwa 60.000 Migranten erreichten Ceuta, 70 Prozent der Stadtbevölkerung.
- • Mindestens 34 Tote bei Überfahrten, weitere 16 Tote gemeldet.
- • Sánchez entsendet 60 zusätzliche Soldaten, Tauchereinheit und Militärschiff.
- • EU-Kommission und Bundesregierung bieten Spanien Unterstützung an.
- • Italien erwägt Aussetzung des Schengen-Abkommens mit Spanien.
Rekordandrang und humanitäre Notlage
Die Zahl der Migranten, die in die spanische Exklave Ceuta gelangten, wird nun offiziell mit etwa 60.000 beziffert – das entspricht rund 70 Prozent der Bevölkerung der Stadt. Regionalpräsident Juan Jesús Vivas bezeichnete die Lage als „unhaltbar“ und berichtete von mindestens 34 Toten, die bei den Überfahrten aus Marokko ums Leben kamen. Die Aufnahmezentren sind hoffnungslos überfüllt, viele Migranten harren im Freien aus, ohne Zugang zu Wasser, Nahrung oder sanitären Anlagen. Die Motive für die Flucht sind vielfältig: Armut, fehlende Perspektiven und Gerüchte über eine Grenzöffnung trieben viele – oft junge Marokkaner – dazu, das lebensgefährliche Schwimmen zur Küste auf sich zu nehmen, das bis zu vier Stunden dauern kann.
Massive Sicherheitsmaßnahmen und politischer Besuch
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste angesichts der Eskalation nach Ceuta und sprach von einem „Angriff“ auf die territoriale Integrität Spaniens. Er kündigte an, zusätzliche Soldaten, eine Tauchereinheit und ein Militärschiff zu entsenden sowie Schwimmbojen als „physische Sperre“ zu installieren. Die Polizeikräfte in der Region sollen auf 200 Beamte aufgestockt werden. Sánchez betonte, alle illegal Eingereisten würden „so schnell wie möglich“ nach Marokko zurückgeführt. Die Rückführungsrate liegt bei 150 Personen pro Minute, über 25.000 Menschen kehrten bereits freiwillig zurück. Zudem ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens offenbar Auslöser der Krise, da es die sofortige Abschiebung auf dem Seeweg Eingereister untersagt.
EU-Reaktionen: Solidarität, Kritik und Grenzkontrollen
Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen bietet Spanien Unterstützung an – unter anderem über Frontex – und bezeichnete die Bilder als „inakzeptabel“. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte gemeinsames Handeln zum Schutz der Außengrenzen. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwägt sogar, das Schengen-Abkommen mit Spanien auszusetzen – ein Schritt, den Madrid als „unangemessen“ zurückwies. Frankreich kündigte verstärkte Kontrollen an der spanischen Grenze an. In den USA nutzten Regierungsvertreter die Bilder, um Trumps Einwanderungspolitik zu verteidigen und vor einer möglichen Rückkehr der Demokraten zu warnen.
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