Meta-Vergleich über 16,7 Milliarden Dollar: Deutsche Verbraucherschützer fordern strengere Regeln
Wichtige Fakten
- • Meta zahlt 16,7 Milliarden Dollar an US-Bundesstaaten.
- • 48 Bundesstaaten sind am Vergleich beteiligt.
- • Zuckerberg muss nicht aussagen.
- • Meta führt tägliche Nutzungsgrenzen für Minderjährige ein.
- • Weitere 5 Mrd. Dollar bei branchenweiten Regeln fällig.
Milliardenvergleich in den USA
Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat sich in den USA im Prozess um Social-Media-Sucht bei Kindern zu einer Zahlung von knapp 16,7 Milliarden US-Dollar verpflichtet. Ursprünglich hatten 29 US-Bundesstaaten Klage eingereicht, mittlerweile sind 48 Bundesstaaten sowie der District of Columbia und drei Territorien Teil des Vergleichs. Meta muss weitreichende Änderungen umsetzen, darunter tägliche Zeitlimits für Minderjährige, nächtliche Sperren, das Ausblenden von Likes und das Deaktivieren von Autoplay. Die Regeln wurden am Mittwoch mitten im Prozess verkündet; Konzernchef Mark Zuckerberg musste nicht aussagen, ein Schuldeingeständnis ist nicht Teil des Vergleichs.
Deutsche Verbraucherschützer fordern Konsequenzen
Die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Ramona Pop, sieht in dem Vergleich ein Signal für Deutschland. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte sie, Schutzmaßnahmen wie Zeitlimits und nächtliche Sperren könnten den Nutzungsdruck verringern. Allerdings reichten bloße Nutzungsgrenzen nicht aus. Stattdessen müssten Plattformen von vornherein sicher gestaltet sein. Risikoreiche Funktionen sollten erst freigeschaltet werden, wenn Nutzer ihre Volljährigkeit nachgewiesen haben.
Internationale Reaktionen
Der Vergleich hat auch über die USA hinaus Wirkung. In Kenia sieht der Kläger Abrham Meareg, dessen Vater durch Facebook-Inhalte bedroht worden war, einen Wendepunkt. Foxglove, eine Organisation, die Meareg unterstützt, hofft auf ein Gerichtsverfahren im nächsten Jahr. Auch andere Organisationen wie Repro Uncensored in den Niederlanden werten den Vergleich als „großen Sieg“ und wollen weiteren Druck auf Meta ausüben. Experten wie der Whistleblower Arturo Béjar bezweifeln jedoch, dass die Einschränkungen ausreichen, da die Algorithmen unverändert blieben.
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