Myanmar: Militärregime verschärft Verbot von Periodenprodukten
Wichtige Fakten
- • Militärregime verbietet Transport von Periodenprodukten in Konfliktregionen.
- • Begründung: Rebellen nutzen Hygieneprodukte für medizinische Zwecke.
- • Frauen müssen auf unhygienische Alternativen wie Lumpen oder Zeitungspapier zurückgreifen.
- • Preise für Periodenprodukte auf dem Schwarzmarkt haben sich verdreifacht.
- • Aktivisten bezeichnen das Verbot als geschlechtsspezifische Gewalt und Menschenrechtsverletzung.
Verbot von Periodenprodukten
Myanmars Militärregime hat das Verbot von Menstruationsprodukten in Konfliktregionen ausgeweitet, angeblich weil Rebellengruppen diese für medizinische Zwecke verwenden würden. Aktivisten wie Thinzar Shunlei Yi von Sisters2Sisters berichten, dass der Transport von Binden etwa über die Brücke zwischen Sagaing und Mandalay komplett untersagt ist. Das Verbot wird als Teil der "Four Cuts"-Strategie gesehen, die Gegner von Grundversorgung abschneiden soll.
Gesundheitliche und soziale Folgen
Frauen sind gezwungen, auf unhygienische Alternativen wie Lumpen, Blätter oder Zeitungspapier zurückzugreifen, was zu Harnwegsinfektionen und anderen Gesundheitsproblemen führt. Auf dem Schwarzmarkt haben sich die Preise für Periodenprodukte verdreifacht - von 3.000 auf 9.000 Kyat pro Packung, während der Mindestlohn bei 7.800 Kyat täglich liegt. Viele Frauen bleiben während ihrer Menstruation zu Hause, was ihre Teilnahme am öffentlichen Leben einschränkt.
Internationale Reaktionen
Aktivisten haben die UN über die Situation informiert und bezeichnen das Verbot als Menschenrechtsverletzung. Meredith Bunn von Skills for Humanity weist die militärische Begründung zurück: Binden seien für die Behandlung von Schusswunden völlig ungeeignet. Henriette Ceyrac von Pan Ka Lay sieht in der Maßnahme gezielte geschlechtsspezifische Gewalt, die Frauen zusätzlich kontrollieren und einschränken soll.
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