Nach CSD-Anschlag: Queere Verbände kritisieren mangelnden Schutz und Förderkürzungen
Wichtige Fakten
- • Islamistischer Anschlag auf CSD in Berlin verunsichert queere Gemeinschaft.
- • Queerfeindliche Straftaten 2025 um 12,8 Prozent auf 2.377 gestiegen.
- • Bundesfamilienministerium stellt Förderprogramm 'Demokratie leben!' um.
- • LSVD+ fordert Aufnahme queerer Menschen ins Grundgesetz Artikel 3.
- • Gesprächsangebot des LSVD+ an Kanzleramt bisher unbeantwortet.
Anschlag trifft queere Community ins Mark
Der islamistische Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat die queere Gemeinschaft tief verunsichert. Gut eine Woche nach der Tat fordert der LSVD+ ein stärkeres Engagement der Bundesregierung. Die steigende queerfeindliche Gewalt – das Bundeskriminalamt verzeichnete 2025 einen Anstieg um 12,8 Prozent auf 2.377 Straftaten – habe die Warnungen der Verbände bestätigt.
Förderprogramm 'Demokratie leben!' wird umgestellt
Während die Sicherheitslage sich verschärft, lässt das Bundesfamilienministerium die Fördergelder für rund 200 Projekte auslaufen. Betroffen ist auch der queere Jugendverband Lambda, dessen Beratungsangebot für Jugendliche in Gefahr ist. Ministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, künftig mehr Geld in Deradikalisierungsprojekte zu stecken – aus Sicht des LSVD+ ein richtiger, aber unzureichender Schritt.
Kritik an fehlender Kommunikation
Die Verbände kritisieren, dass die Solidaritätsbekundungen der Politik unehrlich seien. Der LSVD+ habe der Bundesregierung ein Gespräch angeboten, auf das bisher keine Antwort kam. Zudem fordern die Verbände, queere Menschen in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes aufzunehmen, damit ihre Schutzrechte endlich festgeschrieben werden.
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