Teilen:
Gesellschaft 22.02.2026, 06:18 Aktualisiert: 22.02.2026, 10:02

Neue OP-Technik für Knieprothesen: Individuelle Beinachsen statt starrem Ideal

Etwa 20% der Patienten sind mit Knieprothesen unzufrieden.

Wichtige Fakten

  • Etwa 20% der Patienten sind mit Knieprothesen unzufrieden.
  • Neue Technik korrigiert nur Arthrose-Schäden, nicht natürliche Beinachse.
  • Robotergestützte Verfahren ermöglichen Genauigkeit auf 0,5 mm und 0,5 Grad.
  • Über 170.000 Knieprothesen wurden 2024 in Deutschland implantiert.
  • Cochrane-Review zeigt keine bessere Lebensqualität nach OP gegenüber Nicht-Operierten.

Neue OP-Technik für Knieprothesen: Individuelle Beinachsen statt starrem Ideal

Jahrzehntelang war es Standard, bei Knieprothesen-Operationen die Beinachse auf eine gerade Linie zu korrigieren, um die Haltbarkeit der Implantate zu maximieren. Doch etwa 20 Prozent der Patienten sind mit diesem Ansatz unzufrieden, da die meisten Menschen von Natur aus leichte X- oder O-Beine haben. Neue robotergestützte OP-Verfahren ermöglichen nun eine individuelle Ausrichtung, bei der nur der durch Arthrose verursachte Verschleiß korrigiert wird, während die natürliche Beinachse erhalten bleibt.

Diese Technik, die auf 0,5 Millimeter und 0,5 Grad genau implantieren kann, zielt darauf ab, Patienten ein "vergessenes Knie" zu geben, das sich im Alltag natürlich anfühlt. Beispielsweise wurde bei einem Patienten mit einem elf Grad O-Bein die Achse nur auf fünf Grad korrigiert, entsprechend seinem natürlichen Zustand in jungen Jahren. Trotz über 170.000 implantierten Knieprothesen im Jahr 2024 klagen fünf bis 20 Prozent der Patienten weiterhin über Beschwerden, und ein Cochrane-Review fand keinen Beleg für eine bessere Lebensqualität nach der OP im Vergleich zu Nicht-Operierten.

Fachleute betonen, dass die Berücksichtigung des Kapsel-Band-Apparats entscheidend ist, um Instabilitäten und Schmerzen zu vermeiden. Während die Datenlage für X-Beine noch unklar ist, zeigen Studien, dass moderne Prothesenmaterialien O-Bein-Abweichungen von bis zu fünf Grad tolerieren. Die Forschung läuft weiter, um die Langzeitergebnisse und die optimale Ausrichtung für verschiedene Patienten zu ermitteln.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.