Gefahren durch nicht regulierte Baby-Schlafberater
Wichtige Fakten
- • Selbsternannte Schlafexpertinnen empfehlen Bauchlage, obwohl dies SIDS-Risiko erhöht.
- • Lisa Clegg riet zu losen Gegenständen im Bett, was Erstickungsgefahr birgt.
- • NHS und The Lullaby Trust warnen vor solchen Praktiken.
- • Gesundheitsminister Wes Streeting plant Schließung der Regulierungslücke.
- • Familie von Steve Bruce fordert Pflichttraining für Schlafbetreuer.
BBC enthüllt gefährliche Ratschläge von Babyschlaf-Expertinnen
Eine BBC-Untersuchung hat aufgedeckt, dass selbsternannte Babyschlaf-Expertinnen riskante Ratschläge erteilen, die zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod von Säuglingen führen können. Verdeckte Aufnahmen zeigen, wie eine dieser Expertinnen empfiehlt, Neugeborene auf dem Bauch schlafen zu lassen, was das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS) deutlich erhöht. Eine zweite Beraterin riet dazu, Handtücher und Mulltücher in das Bettchen zu legen – auch dies birgt Erstickungs- und Überhitzungsrisiken.
Ungeregelte Branche
Der Bereich der Babyschlafberatung ist weitgehend unreguliert – jeder kann sich als Experte bezeichnen. Die BBC identifizierte Alison Scott-Wright („Magic Sleep Fairy“) und Lisa Clegg („Blissful Baby Expert“) als Verantwortliche, die über soziale Medien große Reichweite haben. Trotz fehlender medizinischer Qualifikation gaben sie medizinische Ratschläge, etwa zur Behandlung von Reflux oder Kuhmilchallergie, ohne Eltern an einen Arzt zu verweisen. Mediziner zeigten sich entsetzt über die gefährlichen Empfehlungen.
Forderung nach Regulierung
Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting kündigte an, gesetzliche Lücken zu schließen und die ungeschützte Verwendung des Titels „Krankenschwester“ zu unterbinden. Hintergrund ist der Tod des vier Monate alten Enkels von Fußballtrainer Steve Bruce, der in Bauchlage von einer sogenannten Säuglingspflegerin betreut wurde. Die Familie fordert eine verpflichtende Ausbildung für alle, die bezahlte Schlafbetreuung anbieten. Die Lullaby Trust warnt: Jeder Rat, der von offiziellen Sicherheitsrichtlinien abweicht, sei mit äußerster Vorsicht zu genießen.
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