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Wirtschaft 23.06.2026, 04:13 Aktualisiert: 23.06.2026, 06:00

OECD-Beschwerde gegen Bayer zu Glyphosat teilweise angenommen

Die OECD-Kontaktstelle nahm die Beschwerde gegen Bayer zu Menschenrechten und Umwelt an.

Wichtige Fakten

  • Die OECD-Kontaktstelle nahm die Beschwerde gegen Bayer zu Menschenrechten und Umwelt an.
  • Sie bot ein Mediationsverfahren an, schloss aber Schadensersatzfragen aus.
  • NGOs lehnten die Mediation ab und kritisierten die Verfahrensdauer von über zwei Jahren.
  • Bayer begrüßte den Abschluss des Verfahrens und sieht sich bestätigt.
  • Eine wichtige Glyphosat-Studie wurde 2025 zurückgezogen.

Hintergrund der Beschwerde

Eine Gruppe von NGOs aus Lateinamerika und Deutschland hatte im April 2024 beim deutschen Wirtschaftsministerium Beschwerde gegen den Bayer-Konzern eingelegt. Sie werfen Bayer vor, durch den Vertrieb von Gen-Soja und Glyphosat in Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay zu Gesundheitsschäden, Umweltzerstörung und Vertreibung von Indigenen beizutragen. Betroffene berichten von Atemwegs- und Krebserkrankungen sowie belastetem Trinkwasser.

Entscheidung der OECD-Kontaktstelle

Die nationale Kontaktstelle für die OECD-Leitsätze nahm die Beschwerde teilweise an, insbesondere zu Fragen der menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflicht von Bayer. Sie bot ein Mediationsverfahren an, schloss aber konkrete Schadensersatzforderungen aus, da sie diese als wissenschaftliche Fragen ansieht, die nicht in die Mediation gehörten. Für die verzögerte Bearbeitung von über zwei Jahren führt das Ministerium Personalengpässe und die Komplexität der Beschwerde an.

Reaktionen und Kritik

Die NGOs lehnten die Mediation ab und kritisierten, dass sie keine echten Veränderungen bringe. Silvia Rojas Castro vom ECCHR wirft der Kontaktstelle vor, dass die Mediation nur einem Konzern-Greenwashing diene. Bayer begrüßte dagegen das Verfahren und sieht sich in seiner verantwortungsvollen Haltung bestätigt. Die NGOs fordern nun verbindliche Sorgfaltspflichtgesetze, da die OECD-Leitsätze unverbindlich seien.

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