Österreich verlängert Wehr- und Zivildienst: Reform sorgt für Diskussionen
Wichtige Fakten
- • Wehrdienst in Österreich wird von sechs auf neun Monate erhöht.
- • Zivildienst soll von neun auf elf Monate wachsen, zunächst optional.
- • Regierung braucht für Reform die Zustimmung der Opposition.
- • FPÖ und Grüne haben gegensätzliche Positionen in der Debatte.
Hintergrund der Reform
Österreich hält an der Wehrpflicht fest, plant jedoch eine wesentliche Reform. Der Grundwehrdienst soll von sechs auf neun Monate verlängert werden, inklusive zusätzlicher Truppenübungen. Parallel dazu wird der Zivildienst von neun auf elf Monate ansteigen, zunächst freiwillig. Sollten sich zu wenige Männer für den Wehrdienst entscheiden, greift ein Automatismus: Der Zivildienst wird dann zur Pflicht und dauert elf Monate. Die Regierung unter Kanzler Christian Stocker (ÖVP) verfolgt damit das Ziel, die Verteidigungsfähigkeit des neutralen Landes zu stärken.
Reaktionen aus Opposition und Organisationen
Die Reform benötigt eine Zweidrittelmehrheit, weshalb die Regierung auf die Opposition angewiesen ist. Die FPÖ fordert noch längere Dienste, während die Grünen strikt dagegen sind und auf die Unsicherheit für junge Menschen hinweisen. Das Rote Kreuz als größter Träger zeigt sich gelassen, der Arbeiter-Samariter-Bund fordert dagegen eine verlängerte Dienstzeit auf zwölf Monate, um den wachsenden Bedarf im Sozial- und Gesundheitswesen zu decken. Verteilungsexperte Walter Feichtinger plädiert für eine inhaltliche Neugestaltung: Der Zivildienst solle stärker auf Zivilschutz und Katastrophenhilfe ausgerichtet werden statt als Lückenfüller im Arbeitsmarkt zu dienen.
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