Zivildienst-Debatte: Verbände fordern bessere Bedingungen
Wichtige Fakten
- • Bundesregierung befragt Verbände zum Zivildienst
- • Caritas: Zivildienst löst Personalmangel nicht
- • Freiwilligendienste dürfen nicht benachteiligt werden
- • Dauer: neun bis zwölf Monate empfohlen
- • Finanzierung staatliche Aufgabe, sonst Klassengesellschaft
Bundesregierung prüft Wiedereinführung des Zivildienstes
Die Bundesregierung bereitet sich auf eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht vor. Sollte diese eingeführt werden, müsste auch der Zivildienst wiederbelebt werden, um Ersatzdienstleistende zu beschäftigen. Das Bundesfamilienministerium unter Karin Prien (CDU) hat daher in den letzten Monaten 23 große Verbände und Organisationen befragt, wie viele Plätze sie für Verweigerer bereitstellen könnten.
Verbände warnen vor Ungleichbehandlung
Sozialverbände sorgen sich, dass der Zivildienst zu Lasten der Freiwilligendienste wie FSJ oder BFD gehen könnte. Die Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa betont, dass Zivildienstleistende nicht besser finanziell gestellt werden dürfen als Freiwillige, um eine 'Klassengesellschaft' zu vermeiden. Sie fordert bessere Rahmenbedingungen für alle, insbesondere staatliche Finanzierung und pädagogische Begleitung.
Forderungen nach Dauer und Qualität
Der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein spricht sich für eine Dauer von neun bis zwölf Monaten aus, sonst würden die jungen Menschen nur 'Zeit absitzen'. Auch die Qualifizierung müsse erhöht werden. Zudem fordern Verbände die Anrechnung bereits geleisteter Dienste und freie Wahl der Einsatzstelle. Das DRK unter Präsident Hermann Gröhe verlangt langfristige Planung und frühzeitige Finanzierungssicherheit.
Der Sozialverband Deutschland lehnt einen verpflichtenden Dienst ab und plädiert stattdessen für eine Stärkung des Ehrenamts. Die Bundesregierung will mögliche Strukturen dennoch vorbereiten, wie aus Interviews des ARD-Hauptstadtstudios hervorgeht.
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