Papst weiht Hauptturm der Sagrada Família: Jubel und Kritik zum 100. Todestag Gaudís
Wichtige Fakten
- • Papst Leo XIV. segnet den 172,5 Meter hohen Jesus-Christus-Turm.
- • Der Turm ist der höchste Kirchturm der Welt, überragt das Ulmer Münster.
- • Das begehbare Kreuz mit Panoramablick stößt auf Kritik.
- • Antoni Gaudí starb am 10. Juni 1926 nach einem Straßenbahnunfall.
- • Der Bau ist noch nicht fertig; der Haupteingang fehlt und ist umstritten.
Papst weiht höchsten Kirchturm der Welt
Papst Leo XIV. hat heute Abend den gerade fertiggestellten Hauptturm der Sagrada Família in Barcelona gesegnet. Der Jesus-Christus-Turm misst 172,5 Meter und ist damit der höchste Kirchturm der Welt, noch vor dem Ulmer Münster. Die Zeremonie markiert einen Höhepunkt im Gedenken an den 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí, der am 10. Juni 1926 starb.
Kritik an Kommerzialisierung
Allerdings mehrt sich Kritik an der Kirche der Superlative. Kunsthistorikerin Carolina García-Estévez bemängelt, das begehbare Kreuz mit Panoramablick entspreche nicht Gaudís Intentionen. Auch Anwohner beklagen, dass die Sagrada Família zunehmend zur Touristenattraktion verkomme, während Läden für Einheimische verschwänden. Die Frage, ob der Bau wirklich im Sinne Gaudís erfolgt, bleibt bestehen.
Unvollendetes Meisterwerk
Gaudí hatte nur ein Fünftel seiner Pläne zu Lebzeiten realisiert. Nach seinem Tod zerstörte ein Brand 1936 viele Modelle. Dennoch führten Architekten auf Basis von Aufzeichnungen den Bau fort. Bis heute fehlt unter anderem der Haupteingang; Diskussionen über Abrisse für eine Treppe belasten die Nachbarschaft. Die rund fünf Millionen Jahresbesucher finanzieren den Bau maßgeblich.
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