Teilen:
Wissen 11.05.2026, 12:00 Aktualisiert: 11.05.2026, 23:05

Pestizide in Seevogel-Eiern: Rückgang um bis zu 74% zeigt Wirksamkeit von Regulierungen

PFOS-Konzentration in kanadischen Seevogel-Eiern sank um 74% (26 statt 100 ppb).

Wichtige Fakten

  • PFOS-Konzentration in kanadischen Seevogel-Eiern sank um 74% (26 statt 100 ppb).
  • PFOA-Werte fielen um etwa 40%, stiegen zuletzt jedoch leicht.
  • Rückgang ist auf Regulierungen und Phase-out von PFAS durch Hersteller zurückzuführen.
  • Neue, kleinere PFAS sind schwerer nachweisbar und stellen weiterhin Risiken dar.
  • Studie betont Notwendigkeit wissenschaftlicher und regulatorischer Wachsamkeit.

Studie zu PFAS-Rückgang in Seevogel-Eiern

Eine neue Studie im Peer-review-Verfahren zeigt, dass die Konzentrationen einiger der gefährlichsten PFAS-Verbindungen in Eiern von Nordseetölpeln (Morus bassanus) in Kanada deutlich zurückgegangen sind. Forscher untersuchten Eier aus der Kolonie auf Bonaventure Island im Sankt-Lorenz-Strom über einen Zeitraum von 55 Jahren. Die PFAS-Werte stiegen von den 1960er Jahren bis zu ihrem Höhepunkt in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren stark an und nahmen danach wieder ab.

Von Nebenwirkungen der Regulierung

Der Rückgang fällt mit mehreren Entwicklungen zusammen: Der Chemiekonzern 3M, einer der größten PFAS-Produzenten, stellte die Produktion von PFOS (einem der verbreitetsten und giftigsten PFAS) ein. Bis 2015 einigten sich große Chemiehersteller mit der US-Umweltbehörde EPA auf den Ausstieg aus PFOS und PFOA. Studienmitautor Raphael Lavoie vom Umweltministerium Kanadas bezeichnete die Ergebnisse als „gute Nachricht“. Die Konzentration von PFOS sank von 100 Teilen pro Milliarde (ppb) im Höchststand auf 26 ppb im Jahr 2024, ein Rückgang um 74 %. PFOA ging um etwa 40 % zurück, stieg zuletzt allerdings leicht an. PFHxS fiel um rund 72 %. Die Studie hebt hervor, dass die strengeren Regulierungen in den USA, Europa und Kanada sowie das Stockholm-Übereinkommen von 2009 zur Einschränkung von PFOS wirksam sind.” Trotz dieser Erfolge warnen die Autoren, dass die Hersteller auf neuere, kleinere PFAS umgestiegen sind, die ebenfalls Risiken für Umwelt und Wildtiere darstellen. Diese seien jedoch in Vogel-Eiern schwerer nachweisbar.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.