Pflegeversicherung vor Reformdruck: Zahl der Pflegebedürftigen steigt rasant
Wichtige Fakten
- • Sechs Millionen Menschen bezogen 2025 Pflegeleistungen – doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
- • 2024 gaben Pflegekassen über 70 Milliarden Euro aus.
- • Eigenanteil im Pflegeheim liegt im Schnitt bei 3.245 Euro monatlich.
- • GKV-Spitzenverband fordert von Ländern Übernahme der Investitionskosten.
Pflegebedürftigkeit wächst rasant
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter. Bereits 2025 bezogen sechs Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung – doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen warnt in seiner Bilanz 2026 vor einer Überforderung der Versicherung. 80 Prozent der Gutachten im Jahr 2024 führten zur Zuerkennung eines Pflegegrades.
Finanzierungslücke und Reformforderungen
Die Ausgaben der Pflegeversicherung beliefen sich 2024 auf über 70 Milliarden Euro. Der GKV-Spitzenverband kritisiert die Finanzierung und fordert, dass Länder die Investitionskosten von Pflegeheimen übernehmen, um den Eigenanteil für Bewohner um rund 500 Euro zu senken. Ohne Reformen droht eine Zahlungsunfähigkeit, die nur durch Bundesdarlehen abgewendet wird.
Prävention als Schlüssel
Sowohl der Medizinische Dienst als auch die Krankenkassen betonen die Bedeutung von Prävention und Entlastung pflegender Angehöriger. Tipps zur Sturzvermeidung und bessere Vernetzung mit Ärzten könnten helfen, Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und Kosten zu senken. Eine einfachere Abwicklung von Hilfsmitteln sei ebenfalls notwendig.
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