Rassismus im britischen Justizsystem: Schwarzer Anwalt wird für Angeklagten gehalten
Wichtige Fakten
- • Schwarzer Anwalt fälschlich für Angeklagten gehalten.
- • Vorfall am Ostlondoner Gericht vor vier Wochen.
- • Anteil schwarzer Richter stieg nur von 1,4 auf 1,6 Prozent.
- • Nur ein schwarzer Richter am hohen Gericht.
- • Keir Monteith kritisiert 'geheime Befragungen' bei Richterernennungen.
Rassismus im Justizsystem
Der schwarze Anwalt Stephen Akinsanya, der im Juni für seinen Einsatz gegen Jugendarbeit mit einem OBE ausgezeichnet wurde, berichtet von einem rassistischen Vorfall an einem Gericht in Ostlondon. Ein Sicherheitsbeamter habe ihm das Parken auf dem Gerichtsparkplatz verwehrt, mit der Begründung: 'Das Parken ist nicht für Angeklagte determine.' Akinsanya war in seiner Anwaltsrobe gekleidet, die vom Sicherheitspersonal hätte erkannt werden müssen. Er zeigte sich schockiert, dass Menschen im 21. Jahrhundert immer noch vorschnelle Urteile fällen.
Fehlender Fortschritt
Akinsanya, der bereits 1993 in demselben Gerichtsgebäude von einem Sicherheitsbeamten gefragt wurde, in welchem Fall er angeklagt sei, sieht kaum Fortschritte. Er forderte verbindliche Ziele zur Erhöhung der Vielfalt und eine Rechenschaftspflicht für verfehlte Ziele. Der Anwalt Keir Monteith, der 2022 einen Bericht über institutionellen Rassismus in der Justiz mitverfasste, kritisierte die geheimen Befragungen (Soundings-Methode) zur Richterernennung, bei denen Kandidaten nicht konfrontiert werden können.
Diversitätszahlen
Aktuelle Statistiken der Justiz zeigen, dass der Anteil schwarzer Richter in den letzten zehn Jahren nur von 1,4 % auf 1,6 % gestiegen ist. Es gibt nur 79 schwarze Richter unter insgesamt 5337, und nur einen einzigen hohen schwarzen Gerichtsrichter. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich bereits 2020, als zwei schwarze Anwälte mehrfach für Angeklagte gehalten wurden. Laurie Anne-Power schlägt ein Aufsichtsgremium vor, das den gesamten Ernennungsprozess überwacht und Auswertungen nach ethnischer Zugehörigkeit vornimmt.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.