Reform UK: Spendenaffäre und Protest-Vorwürfe überschatten ausländerfeindlichen Parteitag
Wichtige Fakten
- • Farage räumt ein, bei Gespräch über ausländische Spenden "nicht zugehört" zu haben. (16 Wörter)
- • Ex-Stabschef Jukes und Ex-Politikchef Orr treten nach Undercover-Video zurück. (11 Wörter)
- • Polizei sucht Frau nach Vorfall bei Protestentfernung auf Reform-Parteitag. (10 Wörter)
- • Reform verspricht Steuerfreibetrag von £15.000; Jenrick droht bei Scheitern mit Rücktritt. (12 Wörter)
- • Reformer betonen Notwendigkeit interner Kontrollen, vergleichen Partei mit "Piratenschiff" (12 Wörter)
Spendenaffäre weitet sich aus
Die umstrittene Untergrundaufnahme von Channel 4 überschattet weiterhin den Reform-Parteitag in Birmingham. Parteichef Nigel Farage räumte nun ein, dass er während eines Gesprächschen über mutmaßliche ausländische Spenden "ehrlich gesagt nicht zugehört" habe. Der ehemalige Stabschef Dan Jukes und der frühere Politikchef James Orr, beide in die Affäre verwickelt, haben ihre Posten vorerst geräumt. Jukes bestreitet jedes Fehlverhalten, während Orr seine volle Kooperation mit der internen Untersuchung angekündigt hat. Politikexperten beobachten die Entwicklung mit Sorge, da die Affäre das Vertrauen in die junge Partei weiter schädigen könnte.
Interne Kritik und Ruf nach mehr Professionalität
Parteiinterne Stimmen warnen vor den Konsequenzen: "Wir sind immer noch ein kleines Piratenschiff", räumt eine Führungsperson ein. Notwendig seien auch "Rundköpfe", die die nötigen Kontrollen übernähmen. Es gibt erhebliche Unzufriedenheit über den Mangel an Sorgfaltspflicht innerhalb der Parteispitze. Während Nigel Farage weiterhin versucht, die Vorwürfe abzutun und als Angriffe des Establishments darzustellen, fordern Parteimitglieder lautstark mehr Transparenz und internes Aufpassen bei Finanzangelegenheiten. Die Partei zeigte sich von der Enthüllung regelrecht überrumpelt. Ein Spitzenmitglied erwartet weitere Untersuchungen in den kommenden Monaten (Kürzung).
Schwere Vorwürfe wegen Behandlungen von Protestierenden
Zusätzlich sorgt ein Video des Canal-ähnlichen Senders für Aufsehen, das während einer Protestaktion zeigt, wie ein weiblicher Demonstrant offenbar gewaltsam entfernt wird – inklusive eines Haarrisses durch einen Teilnehmer der Konferenz. Die Polizei von West-Midlands hat die betroffene Frau gebeten, sich an sie zu wenden. Reform-Chef Farage bezeichnete die Kritik erneut als "Unsinn" und verwies auf vermeintlich einseitige Berichterstattung. Seine Äußerungen kommen unmittelbar vor seiner Keynote-Rede. Kritik wurde aber auch erst laut, als bekannt wurde, dass der Gründer der umstrittenen Flaggenkampagne Grant Schapps, eine Art aktiver Aktivist mit anti-Immigrations Aussagen, beim Parteitag auftrat und volle Unterstützung erhielt.
Die Ereignisse in Birmingham zeigen: Reform UK steht nach Jahren der kometenhaften Aufstiege inzwischen selbst unter enormen Druck. Die Wahl(-kampfversprechen) versinken regelrecht in den handsamen Ereignissen der letzten Tage, viele Mitglieder fragen sich offen, wie die Partei wieder zu Seriosität zurückfinden kann.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.