Historische Wahlen in Großbritannien: Labour in Schottland und Wales vor Verlusten
Wichtige Fakten
- • Wahlen zu Regionalparlamenten in Schottland und Wales sowie Kommunalwahlen in England.
- • Labour droht in Wales erste Niederlage seit 27 Jahren; Prognosen sehen Plaid Cymru vorn.
- • Reform UK und Grüne legen laut Umfragen deutlich zu, setzen auf Migration und Lebenshaltungskosten.
- • Erstmals müssen Wähler in England bei Kommunalwahlen einen Lichtbildausweis vorlegen.
- • Ergebnisse in Schottland und Wales ab Freitagnachmittag erwartet, in England ab Freitagfrüh.
Wahlauftakt mit historischer Tragweite
Am 7. Mai 2026 haben in Schottland und Wales die Wahlen zu den Regionalparlamenten sowie in England Kommunalwahlen begonnen. Der Urnengang gilt als bedeutendster Stimmungstest für Premierminister Keir Starmer und seine Labour-Partei seit der Unterhauswahl 2024. Nach Umfragen droht Labour in Wales eine historische Niederlage: Erstmals seit der Gründung des walisischen Parlaments 1999 könnte eine andere Partei die Regierung stellen. In Umfragen liegen die walisische Nationalpartei Plaid Cymru und die Rechtspopulisten von Reform UK vor Labour. Auch in Schottland dürfte Labour massive Verluste erleiden, wo die Scottish National Party (SNP) um eine fünfte Amtszeit kämpft. Die Stimmung in traditionellen Labour-Hochburgen wie dem südwalisischen Treorchy ist wegen gestrichener Heizkostenzuschüsse und hoher Lebenshaltungskosten stark angespannt.
Aufwind für Reform UK und Grüne
Reform UK unter Nigel Farage profitiert im Wahlkampf vor allem von der Migrationsthematik, obwohl diese nicht in die Zuständigkeit der Regionalparlamente fällt. In Wales könnte die Partei nach dem neuen Wahlsystem mit 96 Sitzen massiv hinzugewinnen. Im walisischen Swansea macht Francesca O'Brien für Reform UK Stimmung mit dem Versprechen, die Überfahrten über den Ärmelkanal zu stoppen. Auch die Grünen unter Zack Polanski sind im Aufwind und werben mit sozialpopulistischen Tönen um enttäuschte Labour-Wähler. In England dürften beide Parteien traditionelle Labour- und Tory-Hochburgen erobern. Analysten sehen das Ende der Zwei-Parteien-Dominanz in Großbritannien und die Etablierung eines Fünf-Parteien-Systems.
Ausnahmezustand und Auszählung
Erstmals überwacht der Europarat die Wahlen in Schottland und Wales mit einer 17-köpfigen Delegation. In England herrscht zudem eine neue Ausweispflicht für Wähler, was für Verwirrung sorgte. Die Auszählung der Stimmen beginnt am Freitag; die ersten Ergebnisse aus England werden von Mitternacht bis zum frühen Morgen erwartet. In Schottland dürfte die Zusammensetzung des Parlaments bis Freitagabend klar sein, in Wales könnten sich die Ergebnisse wegen des neuen proportionalen Systems bis ins Wochenende ziehen. Bereits jetzt ist der Wahlkampf von einem Klima der Einschüchterung überschattet: Kandidaten aller großen Parteien berichten von Online-Anfeindungen, Drohungen und tätlichen Übergriffen.
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