Rekordhitze und Hitzetote: Regierung reagiert verhalten
Wichtige Fakten
- • Juni 2026 war heißester Juni in Westeuropa, Durchschnitt 20,74°C.
- • RKI zählt 5.120 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland bis Ende Juni.
- • Über 80% der Hitzetoten waren über 75 Jahre alt.
- • Bundesregierung sieht Hitzeschutz als Eigenverantwortung; Schneider lehnt Mehrkosten ab.
- • Regierungssprecher: Klimastrategie wirke trotz Hitzewelle.
Rekordhitze in Europa: Juni 2026 bricht Temperaturrekorde
Der Juni 2026 war der heißeste je gemessene Juni in Westeuropa. Laut EU-Klimadienst Copernicus lag die Durchschnittstemperatur bei 20,74 Grad – mehr als drei Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Ursache sind extrem hohe Meerestemperaturen, die nun die höchsten Juni-Werte überhaupt erreicht haben. Weltweit war es der zweitwärmste Juni, nur 2024 war wärmer. In Deutschland wurde am 27. Juni in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) mit 41,8 Grad ein neuer Temperaturrekord aufgestellt.
Hitzebedingte Todesopfer: Über 5.100 Tote in Deutschland
Die Hitzewelle forderte zahlreiche Todesopfer: Das Robert Koch-Institut meldete für Deutschland 5.120 hitzebedingte Todesfälle bis Ende Juni, wovon 4.310 auf die besonders heiße Woche vom 22. bis 28. Juni entfielen. Über 80 Prozent der Toten waren über 75 Jahre alt. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr starben etwa 2.600 Menschen an Hitze, 2023 waren es rund 3.200.
Regierung reagiert verhalten – Kritik an mangelndem Hitzeschutz
Die Bundesregierung stellte sich gegen Forderungen nach mehr Investitionen in Hitzeschutz. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte zusätzliche Finanzmittel für Krankenhäuser ab und verwies auf Eigenverantwortung. Regierungssprecher Stefan Kornelius sah das Eingreifen des Kanzlers als wirkungslos, da es ‚das Wetter nicht ändern würde‘. Experten und Verbände kritisieren die freundlichen Appelle ohne verbindliche Maßnahmen; Hitzeschutz bleibe weitgehend Privatsache.
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