Merz kündigt Tomahawk-Kauf an: USA stimmen Verkauf von Marschflugkörpern zu
Wichtige Fakten
- • Deutschland kauft Tomahawk-Marschflugkörper von den USA.
- • Einigung beim NATO-Gipfel in Ankara erzielt.
- • Keine kostenlose Stationierung durch US-Personal.
- • Mittelstreckenwaffen schließen strategische Lücke der Bundeswehr.
- • Eigene europäische Systeme sollen entwickelt werden.
Einigung beim NATO-Gipfel in Ankara
Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Bundestag den Kauf von US-amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern für die Bundeswehr bekanntgegeben. Die Einigung mit Washington sei beim NATO-Gipfel in Ankara erzielt worden. Die US-Regierung habe dem Verkauf zugestimmt und bereits eine Absichtserklärung der Verteidigungsminister unterzeichnet. Die Tomahawks werden von Deutschland erworben und in Deutschland stationiert. Anders als ursprünglich geplant, ist keine Entsendung von US-Personal zur Bedienung der Waffen vorgesehen.
Deutschland schließt strategische Lücke
Merz betonte, dass Deutschland damit eine „wichtige strategische Lücke“ in der Verteidigung schließe. Die Tomahawk-Marschflugkörper haben eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern, sodass von Deutschland aus Ziel tief im russischen Gebiet erreicht werden könnten. Die europäischen NATO-Staaten verfügen derzeit über keine eigenen Mittelstreckenwaffen. Russland hingegen stationierte bereits Iskander-Raketen in Kaliningrad und verfügt über weitere weitreichende Systeme. Merz kündigte an, parallel an eigenen europäischen Mittelstreckensystemen zu arbeiten.
Alternativlösung nach Trumps Absage
Ursprünglich hatten die USA unter Präsident Joe Biden eine kostenlose Stationierung von Tomahawks, SM-6-Raketen und Hyperschallwaffen in Deutschland ab 2026 in Aussicht gestellt. Sein Nachfolger Donald Trump sagte das Vorhaben jedoch ab, auch nach deutscher Kritik am Iran-Krieg. Der nun vereinbarte Kauf ist eine Alternative dazu und passt ins neue NATO-Konzept stärkerer europäischer Eigenverantwortung. Merz warb in der gleichen Regierungserklärung auch für das 34-Punkte-Reformpaket der Koalition und zeigte sich zuversichtlich, dass die umstrittene Krankenkassen-Reform am Freitag verabschiedet wird.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.