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International 25.04.2026, 03:19 Aktualisiert: 25.04.2026, 10:02

Rückkehr in den Süden: Waffenruhe im Libanon gibt Hoffnung

Waffenruhe im Libanon um drei Wochen verlängert.

Wichtige Fakten

  • Waffenruhe im Libanon um drei Wochen verlängert.
  • 1,3 Millionen Menschen sind auf der Flucht.
  • Israel hält Teile des Südlibanon besetzt.
  • Viele Häuser sind zerstört oder beschädigt.
  • Hisbollah genießt weiter großen Rückhalt in der Bevölkerung.

Waffenruhe verlängert, doch Besatzung bleibt

Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wurde um drei Wochen verlängert. Trotz der Atempause hält Israel weiterhin Teile des Südlibanon besetzt, was der Libanon als völkerrechtswidrig kritisiert. Viele der 1,3 Millionen Vertriebenen nutzen die Feuerpause, um in ihre Heimat zurückzukehren – doch die Zerstörung ist vielerorts massiv. Brücken sind bombardiert, Häuser eingestürzt, und in der Pufferzone Israels stehen ganze Dörfer in Trümmern. Die Rückkehr ist riskant, denn südlich der Litani-Brücke kommt es weiterhin zu Angriffen.

Familien sehnen sich nach Normalität

Die Familie von Halat Amayti hat es geschafft: Ihr Haus im Süden des Libanons ist weitestgehend intakt. Nach Wochen in einer notdürftigen Notunterkunft in Beirut sind sie erleichtert, wieder in den eigenen vier Wänden zu sein. Zwar herrscht Chaos von der überstürzten Flucht, doch die große Küche ist heil. Halats Wunsch ist einfach: Die Waffenruhe soll halten, Israel soll sich zurückziehen, und die Familie will endlich in Sicherheit leben können. Viele Schiiten im Südlibanon sehen trotz der Zerstörung weiterhin in der Hisbollah einen Beschützer, da die libanesische Armee als zu schwach gilt.

Präsenz der Hisbollah ungebrochen

Die gelben Fahnen der Hisbollah säumen die Straßen im Süden, die Miliz ist präsent wie eh und je. Viele Bewohner fühlen sich von ihr verteidigt, während der Staat, wie Vater Ali sagt, nicht in der Lage sei, die Hisbollah überflüssig zu machen. Solange die Armee nicht aufgerüstet wird, bleibt die Entwaffnung der Miliz eine ungelöste Frage. Die Verlängerung der Waffenruhe gibt zwar Zeit zum Durchatmen und Reparieren, doch die grundlegenden Konflikte – Israels Besatzungspolitik und die Rolle der Hisbollah – sind nicht behoben. Die Hoffnung der Menschen auf dauerhaften Frieden bleibt daher zart und brüchig.

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