Russischer Sabotageplan: Sprengsätze in Paketen nach Europa
Wichtige Fakten
- • Russische Geheimdienste rekrutierten Kuriere in Europa für Paket-Sprengsätze.
- • Drei von vier Paketen mit versteckten Brandvorrichtungen explodierten im Juli 2024.
- • 22 Verdächtige in Litauen und Polen nach internationaler Untersuchung festgenommen.
- • Russland bestreitet jede Beteiligung an den Sabotageakten.
- • Weitere Sprengstofffunde auf einem Friedhof in Litauen entdeckt.
Sabotageplan mit versteckten Sprengsätzen
Im Juli 2024 wurden vier Pakete mit versteckten Brandvorrichtungen von Litauen nach Großbritannien und Polen verschickt. Drei der Pakete explodierten – eines am Flughafen Leipzig kurz vor dem Verladen auf ein Frachtflugzeug nach London, ein weiteres in einem DPD-LKW bei Warschau und ein drittes in einem DHL-Lager in Birmingham. Verwendet wurden umgefüllte Kosmetiktuben mit Flüssigsprengstoff und versteckte Zünder, die Flughafenscanner umgehen sollten. Es gab keine Verletzten, aber erhebliche Sachschäden.
Internationale Ermittlungen und Festnahmen
Nach einer internationalen Untersuchung unter Beteiligung britischer Anti-Terror-Einheiten wurden 22 Personen in Litauen und Polen festgenommen. Aleksandr Suranovas, ein 53-jähriger Kurier, der die Pakete verschickte, wurde wegen Terrorismusverdachts angeklagt. Er bestreitet, von den Sprengsätzen gewusst zu haben, und gibt an, für 150 Euro pro Auftrag gearbeitet zu haben. Die Ermittler sehen in dem Plan eine Operation des russischen Militärgeheimdienstes GRU, was Moskau konsequent bestreitet.
Rekrutierung und Hintergründe
Die Rekrutierung erfolgte über Telegram und persönliche Kontakte in kriminellen Netzwerken. Laut Sicherheitsexperten nutzt Russland zunehmend organisierte Kriminalität für Sabotageakte in Europa, nachdem die Kapazitäten für voll ausgebildete Agenten nach den Salisbury-Vergiftungen 2018 geschwächt wurden. Bei weiteren Durchsuchungen wurden auf einem Friedhof in Litauen zusätzliche Sprengstoffe in Lebensmitteldosen sowie Drohnenteile gefunden.
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