Russlands stückweiser Internet-Abschaltung: Telegram blockiert, Mobilfunkausfälle nehmen zu
Wichtige Fakten
- • Telegram wird seit März zunehmend auf über 500 Netzen blockiert
- • Mobilfunk-Internet in Moskau und anderen Regionen fällt regelmäßig aus
- • Russland testet Wirtschaftsfunktion unter strengen Internet-Restriktionen
- • Neuer staatlicher Messenger 'Max' soll Telegram und WhatsApp ersetzen
Russlands stückweiser Internet-Abschaltung
Russland befindet sich laut Aktivisten und Experten in einem langsamen, aber umfassenden Prozess, sein Internet vom globalen Netz abzukoppeln. Im Gegensatz zu den kompletten Shutdowns im Iran verläuft dieser Prozess stückweise und undurchsichtig. Seit dem 20. März wird die Messenger-App Telegram zunehmend blockiert, wie Daten der Open Observatory of Network Interference (OONI) zeigen. Tests auf über 500 verschiedenen Netzwerken belegen weitreichende Zugriffsprobleme.
Mobilfunk-Blackouts und wirtschaftliche Folgen
Parallel dazu kommt es zu eskalierenden Mobilfunk-Internetausfällen in Städten und Regionen, darunter auch im Zentrum Moskaus. Diese führen zu erheblichen Störungen, da Nutzer weder Bankdienstleistungen nutzen noch Telefonate führen können. Analysten von Amnezia VPN berichten, dass die Blockaden nun großflächiger und technisch ausgefeilter durchgeführt werden als frühere Zensurversuche. Die Behörden testen laut ihnen, wie die Wirtschaft unter strengen Internet-Restriktionen funktioniert.
Staatlicher Messenger als Ersatz
Russische Behörden haben angekündigt, Telegram und WhatsApp komplett zu blockieren und durch den neuen, staatlich kontrollierten Messenger 'Max' zu ersetzen. Während Heimnetzwerke bisher noch nicht abgeschaltet wurden, verfügen die Behörden über die Technologie dafür. Die Internet-Abschaltungen wurden anfangs mit dem Schutz vor ukrainischen Drohnen gerechtfertigt, werden nun aber zunehmend offen durchgeführt.
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