Schlaf-Apps: Segen oder Stressfaktor?
Wichtige Fakten
- • 46% der Befragten nutzten oder nutzen Schlaf-Apps.
- • Jüngere Nutzer berichten häufiger über positive und negative Effekte.
- • Menschen mit Insomnie-Symptomen sind anfälliger für negative Rückmeldungen.
- • Schlaf-Apps messen Bewegungsmuster und Herzfrequenz zuverlässig.
- • Orthosomnie bezeichnet die Fixierung auf perfekten Schlaf durch Apps.
Zusammenfassung der Studie
Eine norwegische Studie im Fachjournal Frontiers in Psychology zeigt, dass Schlaf-Apps sowohl nützen als auch belasten können. Von 1.002 Befragten gaben 46 Prozent an, aktuell oder früher eine solche App genutzt zu haben. Positive Effekte wie bessere Schlafroutinen treten häufiger auf als negative, doch letztere betreffen bestimmte Gruppen überdurchschnittlich stark.
Alters- und Symptomunterschiede
Jüngere Erwachsene reagieren sensibler auf App-Rückmeldungen und berichten sowohl mehr Vorteile als auch mehr Sorgen und Stress. Menschen mit Insomnie-Symptomen sind anfälliger für negative Feedback, was Schlafstress verstärken kann. Der deutsche Schlafforscher Christoph Schöbel erklärt, dass Jüngere oft stärker in Selbstoptimierung und Selbstvermessung involviert sind, was zu Anspannung führen kann.
Technische Grenzen und Empfehlungen
Schlaf-Apps messen Bewegungsmuster und Herzfrequenz vergleichsweise zuverlässig, sind aber bei Schlafphasen und Erholungswerten weniger genau. Die Studie warnt vor der Fixierung auf perfekten Schlaf, die als Orthosomnie diskutiert wird. Forscher raten Nutzern, sich über Datenherkunft zu informieren, Tracking-Funktionen bei Stress auszuschalten und auf das eigene Körpergefühl zu achten, anstatt sich strikt an App-Vorgaben zu halten.
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