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International 02.04.2026, 07:19

Schweden vor historischer Wende: Rechtspopulisten könnten erstmals Regierungsverantwortung übernehmen

Schwedendemokraten könnten nach Wahl im September erstmals Ministerposten erhalten.

Wichtige Fakten

  • Schwedendemokraten könnten nach Wahl im September erstmals Ministerposten erhalten.
  • Die Partei ist seit längerem zweitstärkste Kraft und toleriert aktuell eine Minderheitsregierung.
  • Sie hat bereits Einfluss auf Migrations-, Sicherheits- und Energiepolitik genommen.
  • Die Partei wurde mit rechtsextremen Wurzeln gegründet und steht in der Kritik.
  • Ministerpräsident Kristersson sieht in der Zusammenarbeit eine Chance für stabile Regierungsarbeit.

Historische Wende in Schwedens Politik

Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson hat eine Kehrtwende in der Zusammenarbeit mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten angekündigt. Falls der bürgerliche Parteienblock die Parlamentswahlen im September gewinnt, sollen die Schwedendemokraten erstmals Teil einer Regierung mit eigenen Ministerposten werden. Dies markiert einen historischen Bruch, nachdem jahrelang eine direkte Kooperation mit der Partei strikt abgelehnt wurde.

Pragmatische Gründe und politischer Einfluss

Die Schwedendemokraten sind inzwischen die zweitstärkste Kraft im Land und haben es für das bürgerliche Lager praktisch unmöglich gemacht, ohne ihre Stimmen eine Regierung zu bilden. Seit der letzten Wahl tolerieren sie eine Minderheitsregierung aus Konservativen und Liberalen und haben dabei zentrale Punkte ihrer Agenda in den Bereichen Migration, Innere Sicherheit und Energiepolitik durchgesetzt. Parteichef Jimmie Åkesson verweist auf Erfolge wie die niedrigste Asylzuwanderung seit 40 Jahren.

Kontroverse Vergangenheit und strategische Überlegungen

Die Schwedendemokraten stehen jedoch weiterhin in der Kritik aufgrund ihrer Wurzeln im Faschismus und rechtsextremer Ideologie sowie Vorwürfen der Verbreitung von Falschinformationen in sozialen Medien. Beobachter sehen die angestrebte Regierungsbeteiligung als strategischen Schachzug von Kristersson, der die Spaltung im linken Lager für sein rechtes Bündnis nutzen möchte, um Stabilität und Sicherheit zu betonen.

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