Schwerdtner im Sommerinterview: Faktencheck offenbart Zuspitzungen
Wichtige Fakten
- • CDU erhielt 2020 Großspenden aus Immobilienbranche.
- • Bundesverfassungsgericht erklärte Berliner Mietendeckel für verfassungswidrig.
- • Mietwucher ist bereits heute strafbar, aber schwer nachweisbar.
- • Abschaffung des Acht-Stunden-Tages ist nicht beschlossen.
- • DIW-Studie: Vermögenssteuer könnte 147 Milliarden bringen – aber unsicher.
Faktencheck zu Schwerdtners Aussagen
Der ARD-Faktencheck zum Sommerinterview mit Linken-Chefin Ines Schwerdtner zeigt: Viele ihrer Aussagen sind zutreffend, aber teilweise fehlt Kontext. Beim Mietendeckel kritisierte sie CDU-Spenden aus der Immobilienbranche – tatsächlich erhielt die CDU 2020 elf Großspenden über 50.000 Euro, davon fünf (1,174 Millionen Euro) aus dieser Branche. Der Mietendeckel wurde jedoch vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft, unabhängig vom Kläger. Mietwucher ist bereits strafbar, aber schwer zu verfolgen; die Bundesregierung hat die Mietpreisbremse verlängert, was relative Kritik ist.
Wirtschaft und Steuern
Schwerdtner weckte den Eindruck, die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages sei beschlossen, was nicht stimmt. Ein Referentenentwurf liegt vor, ist aber nicht abgestimmt. Bei den angeblichen 100.000 wegfallenden VW-Arbeitsplätzen beruht die Zahl auf internen Papieren, doch konkrete Maßnahmen sind noch nicht verkündet. Ihre Forderung nach einer Vermögenssteuer mit erwarteten 147 Milliarden Euro jährlich stützt sich auf eine DIW-Studie. Experten wie DIW-Ökonom Stefan Bach bezweifeln jedoch, dass dieser Betrag erzielbar wäre – Steuerpflichtige könnten Vermögen umschichten oder ins Ausland ziehen.
Einkommenssteuer und Medienkritik
Die von Schwerdtner kritisierte Einkommenssteuerreform der Regierung würde Familien etwa 600 Euro jährlich entlasten, aber höhere Sozialabgaben könnten dies aufzehren. Bei ihrer Kritik an der Berichterstattung zum Gazakrieg bestätigen Studien, dass israelische Quellen häufiger zitiert werden als palästinensische, während andere Studien antisemitische Tendenzen in Medien sehen. Schwerdtners Sprachbilder wie „Mietmafia“ werden als polarisierend eingestuft, aber bestätigte Tatsachen sind erkennbar.
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