Sea-Watch 5 vor Libyen unter Beschuss
Wichtige Fakten
- • Sea-Watch 5 von libyscher Küstenwache mit scharfer Munition beschossen.
- • 90 Migranten und 30 Crewmitglieder waren an Bord.
- • Italien ordnete Anlegen in Brindisi anstatt näherem Hafen an.
- • Seit 2014 über 34.800 Tote im Mittelmeer gemeldet.
Zwischenfall auf dem Mittelmeer
Nach Angaben der Organisation Sea-Watch ist ihr Rettungsschiff 'Sea-Watch 5' vor der libyschen Küste von der dortigen Küstenwache beschossen worden. Ein Patrouillenboot habe das Feuer eröffnet, zuerst mit einem einzelnen Schuss, dann mit einer Salve von etwa zehn bis 15 Schüssen. An Bord befanden sich 90 kurz zuvor gerettete Migranten sowie 30 Crew-Mitglieder. Verletzt wurde nach derzeitigen Erkenntnissen niemand. Die Küstenwache habe über Funk gedroht, das Schiff zu entern und nach Libyen zu bringen.
Reaktionen und Rechtslage
Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass die Sea-Watch 5 Kontakt mit deutschen Stellen aufgenommen habe. Die Botschaft in Tripolis bat um Aufklärung. Die Bundespolizei ermittelt. Sea-Watch-Sprecherin Julia Winkler kritisierte die Drohung der libyschen Küstenwache als internationale Rechtswidrigkeit, die einer Entführung gleichgekommen wäre. Das Schiff konnte seine Fahrt fortsetzen. Unterdessen wurden weitere Migranten aus Seenot gerettet.
Zuweisung entfernter Häfen
Die italienischen Behörden wiesen der Sea-Watch 5 den rund 1.000 Kilometer entfernten Hafen Brindisi als Anlegehafen zu, anstatt eines näheren Hafens. Betreiber kritisieren diese Praxis als Behinderung ziviler Seenotrettung. Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten: Die IOM meldet für 2025 bereits über 1.000 Tote, die höchste Zahl seit 2014, und insgesamt über 34.800 Tote seit 2014.
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