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Klima 07.08.2026, 07:52

Söder umarmt die Windkraft – Kehrtwende im Freistaat?

Bayern und Baden-Württemberg wollen mehr Windkraft.

Wichtige Fakten

  • Bayern und Baden-Württemberg wollen mehr Windkraft.
  • Söder und Özdemir fordern bessere Bedingungen vom Bund.
  • Mängel: Süden erzeugt nur 14 Prozent des Windstroms.
  • Söder will mit günstigem Strom KI-Rechenzentren anlocken.
  • 10-H-Regel wurde gelockert, aber Ausschreibungen behindern Projekte.

Windkraft im Süden: Eine überfällige Kehrtwende?

Markus Söder, bekannt als Windkraft-Skeptiker, überrascht mit einem Schwenk: Gemeinsam mit Baden-Württembergs grünem Ministerpräsidenten Cem Özdemir fordert der CSU-Chef von der Bundesregierung bessere Bedingungen für Windräder im Süden. Die einst von CSU und Freien Wählern eingeführte 10-H-Regel, die Windräder von Siedlungen fernhielt und den Ausbau fast zum Erliegen brachte, wurde zwar gelockert, dennoch erhalten viele Projekte bei den bundesweiten EEG-Ausschreibungen keinen Zuschlag – mit schwerwiegenden Folgen für die Industrieregionen.

Energiepolitische Bedeutung für den Süden

Bayern und Baden-Württemberg verbrauchen zusammen rund 35 Prozent des deutschen Stroms, produzieren aber nur etwa 14 Prozent des Windstroms. Diese Diskrepanz soll sich ändern: Söder möchte mit großen verfügbaren Strommengen KI-Rechenzentren anlocken; Özdemir sieht sichere und bezahlbare Energie als Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Experten warnen, dass fehlender Windstrom im Süden den Bau teurer Stromautobahnen von der Küste erfordert – Mehrkosten von bis zu 60 Milliarden Euro wären möglich.

Ausschreibungssystem als Hindernis

Das bundesweite Ausschreibungsmodell bevorzugt windreiche Standorte im Norden, was süddeutsche Projekte benachteiligt. Daher fordern die beiden Ministerpräsidenten eine Reform der EEG-Novelle, um die Standorte im Süden fair zu behandeln. Sollte Berlin nicht liefern, drohen Bayern und Baden-Württemberg mit Widerstand im Bundesrat. Der Kommentar von klimareporter° sieht in Söders Kurswechsel zwar Opportunismus, betont aber, dass das Ergebnis zählt.

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