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International 07.05.2026, 09:00 Aktualisiert: 07.05.2026, 12:04

Somalische Rikschafahrerin berichtet von Folter im Gefängnis nach friedlichem Protest

Sadia Moalim Ali am 12. April festgenommen.

Wichtige Fakten

  • Sadia Moalim Ali am 12. April festgenommen.
  • Sie wurde von Wachen geschlagen und getreten.
  • Zwei Tage Einzelhaft ohne Nahrung und Toilette.
  • Sie soll ein Dokument unterschrieben haben, das sie nicht verstand.
  • Ihr drohen 90 Tage Untersuchungshaft.

Inhaftierung und Foltervorwürfe

Sadia Moalim Ali, eine 27-jährige Rikschafahrerin aus Somalia, berichtet in einem exklusiven Interview aus dem Gefängnis von Folter und unmenschlicher Behandlung. Sie wurde am 12. April bei einer friedlichen Protestaktion gegen die Regierung festgenommen. Nach ihrer Verlegung ins Zentralgefängnis von Mogadischu sei sie von zwei männlichen Wachen ausgezogen, getreten und mit einem Schlagstock verprügelt worden. Zwei Tage habe sie in einer kleinen Zelle ohne Nahrung und Toilettenzugang verbracht. Ali sagt, sie habe kein Rechtsverfahren durchlaufen und sei gezwungen worden, ein Dokument zu unterschreiben, das sie nicht verstand. Amnesty International zufolge hat ein Gericht der Polizei erlaubt, sie bis zu 90 Tage festzuhalten.

Die Zelle, in der sie gefoltert wurde, ist als „cella della morte“ bekannt – ein Relikt aus der italienischen Kolonialzeit, das für Hinrichtungen und Strafen reserviert ist. Ali teilt sich nun eine Zelle mit 38 anderen Frauen. Sie leidet unter Nierenproblemen und Taubheitsgefühlen. Menschenrechtsorganisationen und Oppositionspolitiker fordern ihre Freilassung. Die Regierung Somalias hat sich nicht zu dem Fall geäußert.

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