Teilen:
International 09.05.2026, 06:00 Aktualisiert: 09.05.2026, 18:05

Spannungen im US-israelischen Bündnis: Zweifel an ‚voller Koordination‘

Netanyahu beteuert in Video volle Koordination mit Trump.

Wichtige Fakten

  • Netanyahu beteuert in Video volle Koordination mit Trump.
  • Israel wurde bei Friedensgesprächen mit Iran außen vor gelassen.
  • Trump erteilte Netanyahu öffentliche Rügen nach Bombardierung Irans.
  • US-Geheimdienste und Militär warnten vor Risiken des Iran-Kriegs.
  • Umfragen prognostizieren Ende von Netanyahus Regierungszeit bis Oktober.

Schwierige Partnerschaft: Netanyahu und Trump nach Irankrieg

Benjamin Netanyahu hat nach wochenlanger Zurückhaltung in einem Videostatement seine „volle Koordination“ mit US-Präsident Donald Trump betont. Medienberichten zufolge wird Israel jedoch zunehmend von Entscheidungen der USA ausgeschlossen – wie bei den pakistanisch vermittelten Friedensgesprächen mit Iran. Netanyahu, der Trump jahrelang zu einem Krieg gegen Iran drängte, setzte sich im Februar 2026 durch: Gemeinsam starteten USA und Israel einen Großangriff auf Iran. Doch die Erwartungen erfüllten sich nicht: „Die Revolutionären Garden waren nicht überbewertet, sie haben umfassend zurückgeschlagen und die Straße von Hormus blockiert“, so Diplomaten.

Wachsende Kluft zwischen Verbündeten

30 Tage nach Kriegsbeginn zeigte sich Trump enttäuscht über den unerwartet langen Konflikt. Bei Verhandlungen mit Iran wurde Israel nicht mehr konsultiert. Öffentlich erteilte Trump Netanyahu Rügen – etwa als Israel das Gasfeld South Pars bombardierte. Im April zwang er Israel per Tweet in einen Waffenstillstand: „Israel wird den Libanon nicht länger bombardieren. Sie sind DURCH DIE USA DAVON UNTERSAGT. Schluss jetzt!“ Israels Regierungsvertreter bezweifeln den Waffenstillstand und erwarten eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Frühere Kriege in Gaza und Libanon zeigen: Oft schwindet Trumps Aufmerksamkeit für Israel, sobald andere Themen wie der China-Besuch am 14. Mai anstehen. Während Netanyahu politisch ums Überleben kämpft und Umfragen seine Abwahl prognostizieren, sehen beide Politiker sich durch die gemeinsame Iriankrise miteinander verwoben – eine gefährliche Allianz mit ungewissem Ausgang.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.