Eskalation im Iran-Konflikt: Trumps Ultimatum verlängert, Waffenstillstandsgespräche stocken
Wichtige Fakten
- • Trump verlängerte sein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus zum dritten Mal.
- • Iran droht mit Ausweitung der Angriffe auf weitere wichtige Schifffahrtswege wie Bab al-Mandab.
- • Pakistan vermittelt einen 45-tägigen Waffenstillstandsplan mit Öffnung der Straße von Hormus.
- • Iran lehnt vorübergehende Öffnung der Straße ohne Kompensation der Kriegsschäden ab.
- • Ölpreise (Brent) schwanken um 110 US-Dollar nach Trumps Drohungen und Waffenruhe-Berichten.
Eskalierende Drohungen und erneute Ultimatum-Verlängerung
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an Iran zur Öffnung der Straße von Hormus zum dritten Mal verschoben und droht weiterhin mit Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken, sollte die wichtige Wasserstraße nicht freigegeben werden. In einem vulgären Beitrag auf seiner Plattform Truth Social forderte Trump Iran auf, "die verdammte Straße" zu öffnen, andernfalls würden sie "in der Hölle landen". Diese Drohungen führten zu volatilen Ölpreisen, wobei Brent-Rohöl zeitweise über 110 US-Dollar pro Fass stieg, bevor Berichte über Waffenstillstandsgespräche die Gewinne dämpften.
Iranische Vergeltungsdrohungen und harte Haltung
Iran reagierte unbeeindruckt auf Trumps Ultimatum und kündigte eine Ausweitung seiner Angriffe an. Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des Obersten Führers, warnte laut Press TV, dass bei einer weiteren Eskalation durch die USA und Israel auch andere wichtige Schifffahrtswege wie die Meerenge Bab al-Mandab gefährdet sein könnten. Der für Kommunikation zuständige Beamte Mehdi Tabatabaei erklärte, die Straße von Hormus werde erst wieder geöffnet, wenn die Kriegsschäden aus Transitgebühren kompensiert würden. Das Marinekommando der Revolutionsgarden betonte, die Straße werde "niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren".
Diplomatische Bemühungen unter pakistanischer Vermittlung
Unter pakistanischer Federführung liegt ein Entwurf für einen möglichen Waffenstillstand vor, der eine sofortige 45-tägige Waffenruhe mit Öffnung der Straße von Hormus vorsieht, gefolgt von Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen, das Iran zum Verzicht auf Atomwaffen verpflichten und im Gegenzug Sanktionslockerungen bieten würde. Allerdings schätzen Quellen die Chancen auf eine Einigung innerhalb der nächsten 48 Stunden als gering ein. Iran lehnt eine vorübergehende Öffnung der Straße ab und besteht auf Verhandlungen ohne Ultimaten. EU-Ratspräsident António Costa verurteilte Trumps Drohungen als illegal und warnte vor einer Eskalation.
Humanitäre Bedenken und regionale Auswirkungen
Die angedrohten Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke könnten die Stromversorgung in Städten wie Teheran lahmlegen und hätten schwerwiegende Auswirkungen auf die bereits wirtschaftlich angeschlagene Bevölkerung. ARD-Korrespondentin Katharina Willinger berichtet von großer Angst unter Zivilisten im Iran. Gleichzeitig gab es weitere Gewaltausbrüche, darunter israelische Angriffe auf iranische petrochemische Anlagen und Raketenangriffe auf Haifa mit Todesopfern. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts hält die Ölmärkte in Atem, wobei Experten mit anhaltender Volatilität rechnen.
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