Spektakuläre Flucht aus JVA Duisburg-Hamborn: Häftling entkommt über das Dach
Wichtige Fakten
- • 35-jähriger U-Häftling flieht aus JVA Duisburg-Hamborn.
- • Er sägte Gitterstäbe durch und kletterte über das Dach.
- • Wegen schweren Diebstahls in U-Haft, verurteilt wegen Einbruch.
- • Justizminister Limbach kündigt umfassende Ermittlungen an.
- • SPD verlangt Erklärungen zu Sicherheitslücken.
Spektakuläre Flucht aus der JVA Duisburg-Hamborn
In den frühen Sonntagmorgenstunden ist ein 35-jähriger Untersuchungshäftling auf filmreife Weise aus der Justizvollzugsanstalt Duisburg-Hamborn entkommen. Das Justizministerium Nordrhein-Westfalen bestätigte, dass der Mann, der seit dem 10. Februar wegen des Verdachts auf schweren Diebstahl in Untersuchungshaft saß, noch am Vormittag flüchtig war. Die Polizei leitete eine Fahndung ein. Der Ausbruch gelang durch Durchsägen der Gitterstäbe des Zellenfensters im dritten Stock, Überwinden der Feinvergitterung und Klettern über die Fassade bis zum Dach, von dem aus er in die Freiheit gelangte.
Verstecktes Werkzeug und Sicherheitslücken
Nach Angaben der Ermittler entdeckten sie in der Zelle ein raffiniertes Versteck im Boden, in dem vermutlich das Werkzeug verborgen war, mit dem der Häftling die Stahlverstrebungen aufsägen konnte. Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) kündigte eine umfassende Aufklärung an und betonte, man müsse die offensichtlichen Sicherheitslücken finden und schließen. Der Ausbruch kommt für Limbach zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da der Justizvollzug in NRW bereits wegen diverser Skandale, darunter Bestechungsvorwürfe gegen Bedienstete in mehreren Anstalten, in der Kritik steht.
Politische Reaktionen
Die SPD-Fraktion im Landtag forderte umfassende Erklärungen. Die rechtspolitische Sprecherin Sonja Bongers verlangte zu wissen, wie der Mann an das Werkzeug gelangen konnte und weshalb bauliche und technische Sicherungen versagten. Die Ermittlungen sollen klären, wie es zu diesem Sicherheitsbruch kommen konnte.
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