Standortdatenhandel gefährdet ukrainische Front und deutsche Rüstungsproduktion
Wichtige Fakten
- • Datenhändler bieten Bewegungsdaten aus Millionen Smartphones zum Kauf an
- • Standortdaten könnten ukrainische Frontstellungen und deutsche Rüstungsstandorte enttarnen
- • Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall haben Gegenmaßnahmen ergriffen
- • EU-Verbot des Datenverkaufs ohne Einwilligung wird umgangen
- • Militärexperten halten Nutzung der Daten durch Kriegsparteien für plausibel
Datenhandel als Sicherheitsrisiko
Laut Recherchen von BR und netzpolitik.org bieten Datenhändler Bewegungsdaten aus Millionen Smartphones zum Kauf an, darunter Hunderttausende Datenpunkte aus der Ukraine. Diese Standortinformationen könnten genutzt werden, um geheime Produktionsstätten deutscher Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Quantum Systems oder KNDS in der Ukraine zu enttarnen und Frontstellungen ukrainischer Soldaten zu identifizieren.
Gefahr für militärische Operationen
Die Daten enthalten auch Informationen über Starlink-Verbindungen, die vor allem von ukrainischen Truppen genutzt werden, und ermöglichen so die Lokalisierung von Militärstellungen. Ein ehemaliger Soldat erkannte in den zum Verkauf angebotenen Daten sein ehemaliges Hauptquartier bei Soledar wieder. Militärexperten halten es für plausibel, dass beide Kriegsparteien solche Daten nutzen könnten, insbesondere um Rotationszeiten von Truppen zu ermitteln.
Reaktionen und Gegenmaßnahmen
Deutsche Rüstungsunternehmen sind sich der Gefahr bewusst und haben nach eigenen Angaben geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen, geben jedoch keine Details preis. Das ukrainische Verteidigungsministerium betont die Bedeutung von Handys als Kommunikationsmittel, warnt aber vor den Sicherheitsrisiken und setzt auf mehrstufige Sicherheitssysteme. Obwohl der Verkauf von Standortdaten ohne explizite Einwilligung in der EU und der Ukraine verboten ist, wird dieses Verbot offenbar umgangen.
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