Sudans humanitäre Krise verschärft sich in El Obeid: Überfüllte Lager, steigende Preise, fehlende sanitäre Einrichtungen
Wichtige Fakten
- • 15.000 Familien seit Mitte Juli in El Obeid angekommen.
- • 85% der Neuankömmlinge sind Frauen und Kinder.
- • Die Luftangriffe der RSF dauern ihre 'Double-Tap' Muster an.
- • Wasser- und Sanitärversorgung in der Stadt und Lagern extrem mangelhaft.
Die Lage in El Obeid
Die sudanesische Stadt El Obeid und ihre Umgebung erleben eine dramatische Verschlechterung der humanitären Lage. Täglich treffen neue Vertriebene aus den umliegenden Regionen ein, die vor den Kämpfen zwischen der Armee und der RSF-Miliz fliehen. Helfer berichten von einer schockierenden Überfüllung und steigenden Zahlen von Binnenvertriebenen.
Ausmaß der Vertreibung
Seit Mitte Juli kamen nach UN-Angaben mehr als 15.000 Familien zusätzlich zu den bereits 200.000 Menschen, die zuvor Schutz suchten. Viele Neuankömmlinge sind barfuß und besitzlos, traumatisiert und hungrig. In den Zeltcamps am Stadtrand wachsen die Siedlungen rasant an, wie Satellitenbilder zeigen.
Infrastruktur am Limit
Die Strom- und Wasserversorgung in der Stadt ist nach den Drohnenangriffen im Juni kaum wiederhergestellt. Ein Krankenhaus und viele Bewohner sind auf Wassertransporte angewiesen, die nicht ausreichen. Die sanitäre Situation ist katastrophal: Über 100 Menschen teilen sich oft eine Latrine, was offene Defäkation und Krankheiten fördert.
Gewalt und Drohnenangriffe
Die RSF greift die Stadt weiterhin mit Drohnen an, auch im Muster der 'Doppelschläge', die gezielt Rettungskräfte treffen. Nach der Einnahme von El Fasher befürchten Vereinte Nationen, dass El Obeid ein ähnliches Schicksal droht, auch wenn die Straße nach Khartum für Militärs wieder ein Stück weit offen ist.
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