Rekordzahlen: Hunderte humanitäre Helfer im Einsatz getötet
Wichtige Fakten
- • Im Gazastreifen starben im Vorjahr 186 humanitäre Helfer.
- • Im Sudan wurden innerhalb eines Zeitraums 71 Helfer getötet.
- • Weltweit kamen 907 Helfer ums Leben oder wurden verletzt.
- • Eine aktuelle Datenbank-Statistik listet für 2026 bereits 83 Tote.
- • Humanitäre Helfer sind völkerrechtlich geschützt, werden aber angegriffen.
Hohe Verluste unter humanitären Helfern
Im vergangenen Jahr sind weltweit 350 humanitäre Helfer bei Einsätzen getötet worden. Besonders betroffen war der Gazastreifen, wo allein 186 Helfer ums Leben kamen, sowie der Sudan mit 71 Todesfällen. Dies geht aus den neuesten Zahlen der Aid Worker Security Database hervor. Insgesamt erfasst die Statistik 907 verwundete, entführte oder getötete Helfer – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 833 Fällen, obwohl die Zahl der Toten 2025 mit 387 höher lag als im aktuellen Berichtszeitraum.
Hilfsorganisationen schlagen Alarm
Boris Breyer, Sprecher der SOS-Kinderdörfer, betonte die unermüdliche Arbeit der Helfenden und die anhaltenden Gefahren. Trotz des Schutzes durch das humanitäre Völkerrecht seien die Helfer in der Realität immer wieder Angriffen ausgesetzt. Dies sei ein unhaltbarer Zustand. Wichtigste Quelle ist die in Großbritannien geführte Aid Worker Security Database, die zuverlässige Daten zur Sicherheitslage humanitärer Kräfte liefert. Für das laufende Jahr sind bereits 83 Todesfälle dokumentiert, berichtete die Informationsplattform am vergangenen Montag.
Zahlreiche Konflikte betreffen Helfer
Die meisten Opfer wurden in bewaffneten Auseinandersetzungen in Gaza und im Sudan registriert. Doch auch anderswo weltweit geraten die Helfer durch Clankriege, Terrorismus oder Unsicherheit in Gefahr. So stiegen Gewaltakte gegen Personal von Hilfsorganisationen in zahlreichen Schwerpunktregionen kontinuierlich an. Besonders alarmierend ist en die Entwicklung im Gazastreifen, wo die Angriffe zuletzt weiter zugenommen haben.
Lage in den Krisenregionen bleibt angespannt
Die Lage für Helfer bleibt angespannt. Zuletzt gerieten Ende vergangener Woche erneut humanitäre Kräfte in Gaza direkt ins Kreuzfeuer eines israelischen Einsatzes, bei dem nach palästinensischen Angaben auf Anordnung der Vereinigten Nationen eine einflussreiche Terrorgruppe bekämpft worden war. Zahlreiche Auslandspartner und Nichtregierungs-Organisationen verurteilten die Angriffe auf unschuldige Zivilisten und Helfer ebenfalls scharf, warnen aber zugleich vor katastrophalen Folgen für die notleidende Hochbevölkerung durch die Lieferengpässe und Medikamentenknappheit.
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