Tankrabatt: Spritpreise sinken, aber nicht in vollem Umfang
Wichtige Fakten
- • E10 und Diesel kosteten am 1. Mai rund 10 Cent weniger.
- • Rabatt beträgt 16,7 Cent brutto pro Liter.
- • ADAC erwartet weitere Preisrückgänge in den kommenden Tagen.
- • Bundeswirtschaftsministerin fordert vollständige Weitergabe der Steuersenkung.
- • Kritik an mangelnder Gegenfinanzierung und geringen Entlastungseffekten.
Preissenkungen in Kraft getreten
Seit dem 1. Mai 2026 ist der staatliche Tankrabatt in Deutschland aktiv: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent pro Liter, brutto 16,7 Cent. Eine ADAC-Analyse zeigt, dass E10 am Morgen durchschnittlich 1,976 Euro kostete – 10,7 Cent weniger als am Vortag; Diesel lag bei 2,063 Euro, ein Minus von 10,4 Cent. Die Reduzierung fällt damit geringer aus als der Steuerrabatt. Der ADAC nennt höher versteuerte Restbestände in den Tanks als Grund und rechnet mit weiteren Senkungen.
Weitergabe des Rabatts noch nicht vollständig
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) forderte eine vollständige Weitergabe und kündigte Kontrollen durch das Bundeskartellamt an. Verbraucherschützer warnen erneut vor einem „Konzernrabatt“, wie er bereits während der Energiekrise 2022 beobachtet wurde. Der Branchenverband Fuels und Energie versichert jedoch, dass die volle Entlastung an den Zapfsäulen ankommen solle.
Kritik von Klima- und Verbraucherschützern
Ökonomen und Umweltverbände üben scharfe Kritik am Tankrabatt. Der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Otmar Edenhofer, argumentiert, die Maßnahme treibe die Nachfrage an und helfe vor allem Ölexporteuren. Greenpeace bezeichnet den Rabatt als teurer als das Deutschlandticket und rät zu einer Wiederbelebung des 9-Euro-Tickets. Mit Kosten von 1,6 Milliarden Euro belastet der Rabatt den Bundeshaushalt, eine Gegenfinanzierung ist ungewiss.
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