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Politik 02.05.2026, 02:31 Aktualisiert: 02.05.2026, 15:01

EU stellt sich gegen Trumps neue Zölle auf Autoimporte

Trump droht mit 25% Zöllen auf EU-Autoimporte ab kommender Woche.

Wichtige Fakten

  • Trump droht mit 25% Zöllen auf EU-Autoimporte ab kommender Woche.
  • EU-Kommission hält sich alle Optionen offen für Gegenmaßnahmen.
  • Handelsabkommen von 2025 sieht max. 15% Zoll vor.
  • EU-Parlament berät nächste Woche über mögliche Vergeltung.
  • Ökonom Fratzscher fordert mehr Rückgrat der EU gegenüber Trump.

Trump erhöht Druck auf EU-Autoimporte

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Autoimporte aus der Europäischen Union auf 25 Prozent zu erhöhen. Die Maßnahme soll ab kommender Woche gelten und betrifft sowohl Pkw als auch Lastwagen. Trump begründete den Schritt mit dem Vorwurf, dass sich die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte. Welche konkreten Verstöße er meint, ließ er offen. Dabei hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Sommer 2025 im schottischen Turnberry auf eine Obergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte geeinigt – auch für Autos und Autoteile.

Drohungen und Reaktionen aus Brüssel

Die EU-Kommission reagierte umgehend und stellte sich diplomatisch, aber deutlich gegen die Ankündigung. Sie halte sich „alle Optionen offen“, um die Interessen der Union zu schützen, so eine Sprecherin. Man stehe weiterhin zu einer berechenbaren, für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung. Eine Sprecherin versicherte, die EU setze ihre eingegangenen Verpflichtungen um und halte die US-Regierung dabei auf dem Laufenden. Die US-Ankündigung kam jedoch überraschend, da die EU im Gegenzug für die Zollobergrenze unter anderem den Marktzugang für US-Agrarprodukte erleichtern und in den USA investieren wollte. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament, kritisierte Trumps Vorgehen als „ungehörig“ und kündigte Beratungen über ein Bündel von Gegenmaßnahmen an, darunter mögliche Einschränkungen für US-Unternehmen.

Experten: EU muss Rückgrat zeigen

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, kritisierte, die EU habe in der Vergangenheit zu oft nachgegeben. Trump nutze „Deutschlands und Europas stetiges Nachgeben als Schwäche aus“, warnte er. Die EU müsse nun endlich Rückgrat zeigen. Der Automobilverband VDA sprach von einer „erneuten Belastung der transatlantischen Beziehungen“ und warnte vor „enormen Kosten“ für die europäische Autoindustrie sowie Auswirkungen auf US-Verbraucher. Der Außenhandelsverband BGA betonte die Notwendigkeit von Kooperation, aber auch klarer Interessenvertretung. Einige Beobachter weisen darauf hin, dass auch die USA selbst Teile des Handelsabkommens nicht vollständig umgesetzt haben, etwa durch zusätzliche Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte.

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