Trump droht weiter mit Blockade der Gordie-Howe-Brücke im eskalierenden Handelsstreit
Wichtige Fakten
- • Die Gordie-Howe-Brücke verbindet Detroit (USA) und Windsor (Kanada) über den Detroit River.
- • Kanada finanziert die Baukosten von ca. 6,4 Mrd. CAD und plant Refinanzierung durch Mautgebühren.
- • Trump fordert mindestens 50% US-Eigentum an der Brücke und wirft Kanada unfaire Behandlung vor.
- • Die Drohung folgt auf Kanadas Handelsabkommen mit China, das Trump scharf kritisiert.
- • Premierminister Carney bestätigte ein Telefonat mit Trump und wies auf die geteilte Eigentümerschaft hin.
Eskalation im Handelskonflikt
US-Präsident Donald Trump droht weiterhin mit der Blockade der fast fertigen Gordie-Howe-International-Brücke zwischen den USA und Kanada. Er will die für dieses Jahr geplante Eröffnung verhindern, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit "Fairness und Respekt" behandle und die USA mindestens zur Hälfte Eigentümer der Brücke würden. Die sechsspurige Brücke über den Detroit River verbindet Detroit in Michigan mit Windsor in Ontario und soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.
Hintergrund und Reaktionen
Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten in Höhe von etwa 6,4 Milliarden kanadischen Dollar und plant, diese durch Mautgebühren zu refinanzieren. Trump warf Kanada vor, beim Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl verwendet zu haben. Die Drohung folgt auf die jüngste Handelsannäherung Kanadas an China unter Premierminister Mark Carney, die Trump scharf kritisiert. Demokratische Politiker aus Michigan wie Senatorin Elissa Slotkin warnten, eine Blockade würde höhere Kosten für Unternehmen, unsichere Lieferketten und Arbeitsplatzverluste bedeuten.
Neue Entwicklungen und Reaktionen
Premierminister Mark Carney bestätigte nach Trumps Drohungen ein Telefonat mit dem US-Präsidenten und verwies darauf, dass Kanada die Baukosten der Brücke trägt und die Eigentümerschaft zwischen der kanadischen Regierung und dem US-Bundesstaat Michigan geteilt ist. Carney betonte, dass sowohl kanadische als auch amerikanische Stahlprodukte und Arbeiter beim Bau eingesetzt wurden. Gleichzeitig kritisierte Trump erneut die Handelsabkommen Kanadas mit China, bei denen Zölle auf kanadischen Raps und chinesische E-Autos reduziert wurden, und drohte mit einem 100-prozentigen Zollsatz auf kanadische Waren.
Bizarre Aussagen und politische Reaktionen
In seinen Social-Media-Posts machte Trump bizarre Aussagen, wonach China im Zuge eines Handelsabkommens mit Kanada alle Eishockeyaktivitäten und den Stanley Cup abschaffen würde. Diese Behauptungen wurden in Kanada weitgehend als absurd abgetan und führten zu Spott in sozialen Medien. Der Bürgermeister von Windsor, Drew Dilkens, bezeichnete Trumps Aussagen als "verrückt", während die kanadische Handelskammer vor den wirtschaftlichen Folgen einer Blockade warnte. Die zuständige Brückenbehörde hat sich zu den Drohungen bisher nicht öffentlich geäußert.
Kontext des Handelsstreits
Die Eskalation folgt auf eine Reihe von Handelsmaßnahmen Trumps gegen Kanada, darunter erhöhte Zölle auf Stahl, Aluminium und Automobile. Als Reaktion darauf hat die Provinz Ontario US-Spirituosen und Weine aus den Regalen der staatlichen Alkoholläden entfernt. Premierminister Carney betonte beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Notwendigkeit für Mittelmächte, sich zusammenzuschließen, um nicht zwischen den USA und China zerrieben zu werden. Trump hatte die Brücke 2017 in einer gemeinsamen Erklärung mit dem damaligen kanadischen Premierminister Justin Trudeau noch als "wichtigen wirtschaftlichen Link" zwischen beiden Ländern gelobt.
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