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International 10.02.2026, 04:20 Aktualisiert: 10.02.2026, 18:09

USA setzen tödliche Angriffe auf Drogenschmuggler fort und kapern Tanker im Indischen Ozean

Zwei Menschen bei US-Luftangriff auf mutmaßliches Drogenboot im Ostpazifik getötet.

Wichtige Fakten

  • Zwei Menschen bei US-Luftangriff auf mutmaßliches Drogenboot im Ostpazifik getötet.
  • Fast 130 Tote bei etwa 40 Angriffen seit September 2025 auf Drogenschmuggler.
  • USA kaperten Tanker Aquila II im Indischen Ozean als Teil von Sanktionen gegen Venezuela.
  • Kritiker bezweifeln völkerrechtliche Zulässigkeit der tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern.
  • Neue US-Verteidigungsstrategie priorisiert militärische Maßnahmen gegen Drogenschmuggel.

Erneuter US-Angriff im Pazifik

Bei einem Luftangriff der US-Streitkräfte auf ein mutmaßliches Drogenschmugglerboot im Ostpazifik wurden zwei Menschen getötet, wie das Südkommando (Southcom) mitteilte. Eine weitere Person überlebte und wird von der US-Küstenwache gesucht. Das Boot befand sich auf einer bekannten Schmugglerroute und soll von einer als Terrororganisation eingestuften Gruppe betrieben worden sein. Seit September 2025 haben die USA etwa 40 solcher Angriffe in der Karibik und im Pazifik durchgeführt, bei denen offiziellen Angaben zufolge fast 130 Menschen ums Leben kamen.

Kaperung des Tankers Aquila II

Parallel dazu kaperten US-Streitkräfte den Tanker Aquila II im Indischen Ozean, der unter Sanktionen steht und Teil einer Flotte ist, die venezolanisches Öl schmuggeln soll. Der Tanker, der unter panamaischer Flagge fährt und mit einem Unternehmen in Hong Kong verbunden ist, wurde nach einer Verfolgung aus der Karibik geentert, nachdem mehrere Tanker nach einer US-Razzia im Januar flohen. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, alle solchen Schiffe weltweit zu verfolgen.

Politische und rechtliche Kontroversen

Die US-Regierung unter Donald Trump hat in ihrer Verteidigungsstrategie die Bekämpfung von Drogenschmuggel zur Priorität erklärt, was zu Kritik an der völkerrechtlichen Zulässigkeit der tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern führt. Der neue Kommandeur des Südkommandos, General Francis L. Donovan, leitete den jüngsten Angriff, während sein Vorgänger aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Bootsangriffspolitik zurücktrat. Frankreich äußerte Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf seine Überseegebiete.

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