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International 03.04.2026, 00:31 Aktualisiert: 03.04.2026, 12:03

Trump entlässt Justizministerin Bondi - Blanche übernimmt interimistisch

US-Präsident Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen, die dritte Kabinettsaustrittswelle in seiner zweiten Amtszeit.

Wichtige Fakten

  • US-Präsident Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen, die dritte Kabinettsaustrittswelle in seiner zweiten Amtszeit.
  • Interimsnachfolger Todd Blanche war zuvor Trumps persönlicher Anwalt in den Strafverfahren um Schweigegeld und Mar-a-Lago-Dokumente.
  • Bondis Amtszeit war geprägt von Kontroversen um die Epstein-Akten und Ermittlungen gegen Trumps politische Gegner wie Adam Schiff.
  • Kritiker werfen Trump vor, mit Bondi und Kristi Noem gezielt Frauen aus seinem Kabinett zu entfernen.
  • Blanche kündigte an, das Justizministerium weiterhin für Strafverfolgung und innere Sicherheit einzusetzen.

Entlassung nach Kontroversen

US-Präsident Donald Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen, eine langjährige Verbündete und frühere Mitglied seines Anwaltsteams. In einem Social-Media-Post kündigte Trump an, Bondi werde in den Privatsektor wechseln, und lobte ihre Arbeit bei der Verbrechensbekämpfung. Ihr Stellvertreter Todd Blanche übernimmt die Amtsgeschäfte interimistisch, bis eine dauerhafte Nachfolge bestätigt wird. Blanche war zuvor Trumps persönlicher Anwalt in den Strafverfahren um Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und die Mar-a-Lago-Dokumente.

Epstein-Akten als Hauptgrund

Bondis Amtszeit war von anhaltenden Kontroversen um die Akten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geprägt. Trotz anfänglicher Versprechen von Transparenz und der Freigabe einer angeblichen Client-Liste stellte sich später heraus, dass keine solche Liste existierte. Unter Druck von Trump-Anhängern und nach einem Kongressgesetz wurden schließlich Millionen von Dateien freigegeben, was zu parteiübergreifender Kritik führte. Überlebende warfen Bondi vor, nicht auf ihre Anliegen reagiert zu haben, obwohl sie Epstein als "Monster" bezeichnete. Trump hatte zuletzt Frustration über ihre Arbeit geäußert, insbesondere im Umgang mit den Epstein-Akten.

Politische Ermittlungen und Kritik

Unter Bondis Führung verfolgte das Justizministerium eine Reihe von Ermittlungen gegen politische Gegner Trumps, darunter den kalifornischen Senator Adam Schiff, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und den früheren FBI-Direktor James Comey. Im September hatte Trump Bondi öffentlich aufgefordert, diese Ermittlungen aggressiver voranzutreiben. Ihre Entlassung erfolgte kurz nach einer hitzigen Kongressanhörung, in der sie kritische Fragen zur Epstein-Akte beantworten musste. Einige Republikaner wie der Abgeordnete Thomas Massie kritisierten Bondis Umgang mit den Dateien und forderten umfassendere Untersuchungen.

Personalwechsel und Vorwürfe der Misogynie

Bondi ist die dritte hochrangige Amtsträgerin, die in Trumps zweiter Amtszeit entlassen wurde, nach der Heimatschutzministerin Kristi Noem im März und dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz im letzten Jahr. Demokraten und einige ehemalige Republikaner werfen Trump vor, eine "misogynistische Regierung" zu führen, da trotz zahlreicher Skandale männlicher Kabinettsmitglieder wie Verteidigungsminister Pete Hegseth nur Frauen entlassen wurden. Kritiker argumentieren, dass Bondi und Noem zwar Fehler machten, aber nicht schlimmer als ihre männlichen Kollegen handelten, die im Amt bleiben.

Ausblick auf Blanche und weitere Veränderungen

Todd Blanche, der nun interimistisch das Justizministerium leitet, betonte in einer Erklärung, er sei dankbar für Bondis Führung und Freundschaft. In einem Fox-News-Interview wich er Fragen dazu aus, ob er die Ermittlungen gegen Comey, James und andere fortsetzen werde, und betonte stattdessen die tägliche Arbeit des Ministeriums. Medienberichten zufolge könnte mit der Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard eine weitere Frau im Kabinett entlassen werden, was auf weitere Personalwechsel unter Trump hindeutet. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu seiner ersten Amtszeit, die von einem schnellen Personalwechsel geprägt war, während die zweite Amtszeit bisher als disziplinierter galt.

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