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International 17.03.2026, 16:43 Aktualisiert: 17.03.2026, 23:03

Trumps Energiestrategie und diplomatische Spannungen im Iran-Konflikt

Joe Kent tritt als Anti-Terror-Chef aus Protest gegen den Iran-Krieg zurück und wirft Israel-Lobby Einfluss vor.

Wichtige Fakten

  • Joe Kent tritt als Anti-Terror-Chef aus Protest gegen den Iran-Krieg zurück und wirft Israel-Lobby Einfluss vor.
  • Trump kritisiert NATO-Verbündete scharf für fehlende Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus.
  • Die US-Ölindustrie profitiert massiv von den hohen Ölpreisen infolge des Iran-Kriegs.
  • Trump strebt globale Energiedominanz an und will China durch Umleitung von Ölströmen schwächen.
  • Die Ukraine und Großbritannien schließen eine Verteidigungspartnerschaft zur gemeinsamen Drohnenproduktion.

Interne Proteste und antisemitische Vorwürfe

Joe Kent, Direktor des US-amerikanischen National Counterterrorism Center, ist aus Protest gegen den Iran-Krieg zurückgetreten. In einem offenen Brief wirft er der Trump-Administration vor, sich von israelischem und innenpolitischem Druck zu einem unnötigen Krieg drängen lassen zu haben, da Iran keine unmittelbare Bedrohung für die USA darstelle. Die Anti-Defamation League (ADL) kritisiert Kents Aussagen als „altersschwache antisemitische Tropen“. Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück und betonte, man habe zwingende Beweise für einen geplanten iranischen Angriff gehabt. Trump selbst bezeichnete Kent als „netten Kerl“, aber „schwach in Sicherheitsfragen“.

NATO-Verweigerung und scharfe Kritik Trumps

US-Präsident Donald Trump hat Deutschland und andere NATO-Länder scharf für die ausbleibende Hilfe bei der Absicherung der Straße von Hormus kritisiert. Die Haltung der Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump und brachte sogar einen möglichen Rückzug der USA aus dem Bündnis ins Spiel. Die NATO-Staaten lehnen einen von Trump geforderten Militäreinsatz in der strategisch wichtigen Meerenge jedoch einhellig ab. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte: „Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt.“

Energiestrategie: USA profitieren, China wird geschwächt

Experten vermuten hinter Trumps Vorgehen eine Strategie, die globalen Ölströme umzulenken und den Rivalen China zu schwächen. Die US-Ölindustrie profitiert massiv von den hohen Ölpreisen infolge des Iran-Kriegs – Trump selbst verwies darauf, dass die USA als größter Ölproduzent der Welt „eine Menge Geld“ verdienen. Ziel ist es, venezolanisches und bei einem Regimesturz auch iranisches Öl wieder stärker in den globalen Markt zu integrieren – aber unter Bedingungen, die Washington kontrolliert. China, das bislang stark von sanktioniertem iranischen Öl profitierte, muss sich nun teurere Alternativen suchen.

Ukraine warnt vor russischen Vorteilen

Trotz der Eskalation im Nahen Osten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, der Fokus müsse auf der Unterstützung der Ukraine bleiben. Bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in London vereinbarten beide eine neue Verteidigungspartnerschaft, die insbesondere die gemeinsame Produktion von Drohnen zur Abwehr russischer Angriffe vorsieht. Selenskyj warnte davor, dass Russland von den steigenden Ölpreisen und der Ablenkung durch den Iran-Konflikt profitieren könnte. Die USA haben vorübergehend Sanktionen gegen russisches Öl gelockert, um den Ölpreisanstieg zu bekämpfen.

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