Trump verkündet Friedensabkommen mit Iran – Teheran dementiert
Wichtige Fakten
- • Trump sagt geplante Angriffe ab und verkündet bevorstehenden Deal.
- • Iran dementiert finale Entscheidung; Gespräche dauern an.
- • Ölpreise fallen stark, asiatische Börsen steigen deutlich.
- • Israel ist nicht Teil des Abkommens, würdigt aber Inhalte.
- • Bis zu 10 Verletzte bei Angriff auf Krankenhaus in Tyros.
Trump verkündet Durchbruch – Iran dementiert
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag überraschend eine baldige Einigung mit Iran über die Beendigung des Krieges verkündet. Nur Stunden zuvor hatte Trump noch schwere Luftangriffe auf Iran angekündigt, die er nun absagte. Der Deal sei von der iranischen Führung „genehmigt“ worden und werde „sehr bald“ – möglicherweise am Wochenende in Europa – unterzeichnet. Das Abkommen sehe vor, dass Iran keine Atomwaffen besitze und die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder geöffnet werde. Trump sprach von einer „großartigen Einigung“ und erklärte, der ganze Nahe Osten sei glücklich. Iran widersprach jedoch: Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei betonte, es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen; die Gespräche würden fortgesetzt. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim zählte 38 Trump-Ankündigungen eines baldigen Deals in den vergangenen zwei Monaten – jeder sei ausgeblieben.
Israel hält Distanz – Details offen
Das Büro von Premierminister Benjamin Netanyahu stellte klar, Israel sei nicht Teil des „Memorandums of Understanding“ zwischen den USA und Iran. Netanyahu würdigte aber Trumps Zusage, dass der endgültige Vertrag die Entfernung angereicherten Materials, den Abbau von Anreicherungsanlagen, Raketenbegrenzungen und die Einstellung der iranischen Unterstützung für Terror-Proxys vorsehe. Das Weiße Haus bestätigte ein Telefonat Trumps mit Netanyahu.
Widersprüchliche Signale aus Teheran
Das iranische Außenministerium widersprach Trumps Darstellung. Sprecher Esmail Baghaei erklärte, Iran habe noch keine endgültige Entscheidung über das Abkommen getroffen. Vieles sei noch spekulativ, nichts sei final. Zwar sei ein Großteil des Textes fertiggestellt, doch die USA hätten während der Gespräche „übermäßige Forderungen“ gestellt und immer wieder die Positionen gewechselt. Ein mit den Gesprächen vertrauter Diplomat schätzte die Erfolgschance auf 50 Prozent und warnte vor möglichen „Spoilern“. Ein weiterer Streitpunkt bleibt die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte.
Militärische Eskalation und Indiens Protest
Trotz der angeblichen Annäherung kam es zu weiteren Gewaltausbrüchen. Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus in der libanesischen Stadt Tyrus wurden zehn Mitarbeiter verletzt. Indien protestierte gegen die Tötung von drei indischen Seeleuten durch US-Raketenangriffe auf einen Öltanker. Trump hatte zudem kurzzeitig die Einnahme der iranischen Insel Kharg angedroht, diese Drohung aber später im Falle eines Abkommens zurückgenommen.
Börsen reagieren klar
Die Aussicht einer friedlichen Lösung ließ die Ölpreise massiv sinken. Ein Barrel Brent-Rohöl fiel um über vier Prozent auf rund 89 US-Dollar. Die asiatischen Aktienmärkte reagierten mit starken Kursgewinnen; Japans Nikkei stieg um über drei Prozent, Südkoreas Kospi um mehr als sieben Prozent. Nach Trumps anfänglicher Ankündigung weiterer Angriffe waren die Preise kurzzeitig gestiegen, bevor sie nach der Absage einbrachen.
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