Überlastung der Notrufnummer 112: Rettungsdienste fordern Reformen
Wichtige Fakten
- • Die Notrufnummer 112 wird in der EU einheitlich genutzt, seit 1991 eingeführt.
- • Etwa jeder vierte Rettungseinsatz in Deutschland ist eine Leer- oder Fehlfahrt.
- • Die allgemeine Gesundheitskompetenz sinkt laut Robert Koch-Institut in Deutschland.
- • Einsatzzahlen der Rettungsdienste sind in 20 Jahren um rund zwei Drittel gestiegen.
- • Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet an einem Gesetz zur Notfallversorgung.
Überlastung des Notrufsystems
Die einheitliche EU-Notrufnummer 112 ist in Deutschland zunehmend überlastet, da Rettungsdienste von einer steigenden Zahl an Fehlalarmen berichten. Notfallsanitäter wie Jan Sommer aus Düsseldorf erleben häufig Einsätze, bei denen eigentlich kein Rettungswagen nötig wäre, etwa bei Rückenschmerzen oder Fieber. Laut Daten des Robert Koch-Instituts sinkt die allgemeine Gesundheitskompetenz, was zu Fehlnutzungen führt.
Strukturelle Probleme und Finanzierungskonflikte
Die Einsatzzahlen der Rettungsdienste sind in den letzten 20 Jahren um rund zwei Drittel gestiegen, teilweise aufgrund von Unwissenheit über das dreigliedrige Notfallsystem. Etwa jeder vierte Einsatz ist eine Leer- oder Fehlfahrt, was Finanzierungskonflikte zwischen Krankenkassen und Kommunen auslöst. In Bottrop wurde eine Übergangslösung beschlossen, um Patienten nicht zu belasten, während Patientenschützer wie Eugen Brysch Gebühren ablehnen, da sie die Nutzung in Notfällen gefährden könnten.
Reformbestrebungen und Lösungsansätze
Das Deutsche Rote Kreuz und andere Akteure fordern eine Reform der Notfallversorgung, um die Zusammenarbeit zu verbessern und Fehlfahrten zu reduzieren. Vorschläge umfassen die Senkung der Rettungsleitstellenanzahl und digitale Vernetzung. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet an einem Gesetz, das noch im ersten Quartal des Jahres ins Kabinett eingebracht werden soll, mit dem Ziel, das System effizienter zu gestalten.
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