Ultraorthodoxe in Israel: Kampf um die Wehrpflicht eskaliert
Wichtige Fakten
- • Tausende Ultraorthodoxe blockieren Straßen in Jerusalem.
- • Israels Höchstes Gericht kippt jahrzehntelange Befreiung vom Wehrdienst.
- • Premier Netanjahu sucht Kompromiss zwischen Koalition und Justiz.
- • Führende Rabbiner rufen zum Zerreißen von Einberufungsbefehlen auf.
- • Armee leidet unter Personalmangel, Opposition fordert Wehrgerechtigkeit.
Wehrpflicht für Ultraorthodoxe: Straßenproteste in Jerusalem
In Israel eskalieren die Auseinandersetzungen um die Wehrpflicht: Tausende ultraorthodoxe Männer blockieren Straßen in Jerusalem, zünden israelische Flaggen an und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei. Hintergrund ist ein wegweisendes Urteil des Höchsten Gerichts, das die jahrzehntelange Befreiung der Haredim vom Militärdienst aufgehoben hat. Branchenführer Rabbiner fordern Jugendliche auf, Einberufungsbefehle zu ignorieren: „Wer die Tora studiert, dient Gottes Armee – nicht dem Staat“, argumentiert der ehemalige sephardische Oberrabbiner Jitzchak Josef.
Politischer Druck auf Premier Netanjahu
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht zwischen den Fronten: Seine ultraorthodoxen Koalitionspartner drohen mit dem Bruch der Regierung, falls Haredim verhaftet werden. Gleichzeitig fordert die Opposition – angeführt von Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot – Wehrgerechtigkeit für alle israelischen Staatsbürger. Netanjahu versucht, das Tora-Studium per Verfassungswechsel rechtlich zu schützen, doch das Höchste Gericht lehnt Ausnahmen ohne echte Gleichstellung ab. Die Armee leidet unter akutem Personalmangel, während die wirtschaftliche Last nach fast drei Jahren Militäreinsätzen schwer drückt.
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