EU-Gipfel endet ohne Lösung für Ukraine-Hilfe – Orbán und Fico blockieren weiter
Wichtige Fakten
- • Ungarn und die Slowakei blockieren den 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine beim EU-Gipfel.
- • Orbán fordert die Reparatur der Druschba-Pipeline als Bedingung, um Bankrotte in Ungarn zu vermeiden.
- • Der ukrainische Präsident Selenskyj stellte in Aussicht, die Pipeline bis Anfang Mai zu reparieren.
- • Finnlands Ministerpräsident Orpo wirft Orbán vor, die Ukraine als Wahlkampfwaffe zu nutzen.
- • Der Gipfel wurde auch vom Iran-Krieg und gestiegenen Energiepreisen überschattet.
Blockade der Ukraine-Hilfe hält an
Beim EU-Gipfel in Brüssel haben Ungarn und die Slowakei ungeachtet des Drucks der übrigen Mitgliedstaaten an ihrer Blockade des 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine festgehalten. Nur 25 der 27 Staats- und Regierungschefs schlossen sich einer Gipfelerklärung an, die eine Auszahlung des Darlehens ab Anfang April vorsieht. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán und sein slowakischer Kollege Robert Fico verweigerten ihre Zustimmung, was die Finanzierung der Ukraine zur Fortsetzung ihres Abwehrkampfes gegen Russland unsicher macht.
Diplomatische Spannungen und Kritik
Orbán fordert weiterhin die Reparatur der Druschba-Pipeline als Bedingung für die Kreditfreigabe, da er ohne das Öl Bankrotte in Ungarn befürchtet. Die Pipeline wurde nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der per Videoverbindung zugeschaltet wurde, stellte in Aussicht, die Pipeline bis Anfang Mai zu reparieren, wobei die EU die Kosten übernehmen will. Für seine Blockade-Haltung erntete Orbán scharfe Kritik: Finnlands Ministerpräsident Petteri Orpo warf ihm vor, die Ukraine als „Waffe im Wahlkampf“ zu nutzen, und EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte, es sei „allerhöchste Zeit, der Ukraine zu helfen“.
Erweiterte Agenda und internationale Reaktionen
Der Gipfel, der eigentlich zur Wettbewerbsfähigkeit der EU geplant war, wurde stark vom Iran-Krieg und den gestiegenen Energiepreisen überschattet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte Orbán auf, seine Blockade aufzugeben, und erinnerte an die einstimmige Entscheidung aller Mitgliedsstaaten im Dezember. Gleichzeitig diskutierten die EU-Länder Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise und zur Vertiefung des Binnenmarktes, wobei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vereinfachte Regeln für Unternehmensgründungen vorlegte.
Das könnte Sie auch interessieren
Internationale Energieagentur fordert Notmaßnahmen gegen Energiekrise
EU-Staaten reagieren auf Iran-Krieg mit Steuersenkungen und Sanktionsdurchsetzung
USA fordern 200 Milliarden Dollar für Iran-Krieg – Großbritannien erlaubt Nutzung von Militärbasen
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.