US-Sondergesandter Landry zu Besuch in Grönland: Versöhnliche Töne, aber keine Einigung
Wichtige Fakten
- • US-Sondergesandter Landry traf Grönlands Regierungschef Nielsen in Nuuk.
- • Grönland betont: Nicht zum Verkauf, Selbstbestimmungsrecht gilt.
- • Grönlands Gesundheitsminister kritisiert US-Arzt in Delegation als 'problematisch'.
- • Verhandlungen über US-Militärbasen und Vetorecht bei Investitionen laufen.
- • Nielsen sieht keinen Wandel in US-Haltung zur Übernahme Grönlands.
Besuch des US-Sondergesandten Landry in Nuuk
Der US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, ist zu einem mehrtägigen Besuch auf der arktischen Insel eingetroffen. Er landete am Sonntag in der Hauptstadt Nuuk und traf unter anderem Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen. Geplant ist zudem die Teilnahme an einer Wirtschaftskonferenz zum Thema Investitionsförderung. Der Besuch erfolgt Monate nach dem eskalierten Streit über US-Besitzansprüche auf Grönland. Landry schlug versöhnliche Töne an und betonte, er wolle Beziehungen aufbauen und Freundschaften schließen. Allerdings gibt es keine Anzeichen für eine veränderte Haltung der USA: Die aggressive Rhetorik von Präsident Trump sei nicht vom Tisch, so Experten. Die einberufene Arbeitsgruppe zu Grönlands Zukunft hat bislang keine Einigung erzielt.
Kritik an US-Arzt in Delegation
Kontroversen gibt es um einen US-Arzt, der sich der Delegation angeschlossen hat, um angeblich die medizinischen Bedürfnisse Grönlands zu bewerten. Grönlands Gesundheitsministerin Anna Wangenheim bezeichnete dies als 'zutiefst problematisch' und warnte davor, Grönländer als 'Versuchskaninchen' für geopologische Experimente zu missbrauchen. Auch Ministerpräsident Nielsen mahnte die US-Gäste, sich an offizielle Kommunikationswege zu halten. Die historische Belastung durch medizinische Vergehen dänischer Ärzte an indigenen Grönländer*innen, der sogenannte Spiral-Skandal, macht das Thema zusätzlich sensibel.
Offene Fragen zur Zukunft Grönlands
Die Verhandlungen zwischen den USA, Dänemark und Grönland drehen sich nicht nur um Besitzansprüche, sondern auch um eine Ausweitung militärischer Rechte. So fordern Washington zufolge ein Vetorecht bei großen Investitionen, um Russland und China auszubremsen. Dänemark und Grönland lehnen dies ab. Der Besuch soll laut US-Seite auch der Eröffnung eines neuen Konsulats in Nuuk dienen. Die Opposition bleibt den USA gegenüber skeptisch.
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